Sodbrennen durch Laufsport

Joggerin die sich mit dem händen auf den Knien abstützt

Die ersten Sonnenstrahlen läuten den Frühling ein und mit den angenehmeren Temperaturen sind auch wieder mehr Läufer unterwegs. In den letzten Jahren hat sich das Laufen zum Volkssport entwickelt. Mehr als 17 Millionen Deutsche laufen regelmäßig und die Teilnehmerzahlen von Volksläufen steigen jährlich um bis zu zehn Prozent.

Regelmäßiger Ausdauersport ist ausgesprochen gesundheitsförderlich, speziell das Laufen kann aber bei manchen unerwartete Beschwerden auslösen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass etwa jeder Fünfte durch intensiven Laufsport unter saurem Aufstoßen leidet, bei der Gesamtheit aller Sportler betrifft es sogar jeden Zweiten. Doch warum sind säurebedingte Beschwerden gerade unter Läufern so verbreitet und was können Betroffene prophylaktisch tun?

Laufen kann Sodbrennen verursachen

Beim Laufen wird der Verdauungsapparat besonders stark beansprucht. Zum einen lässt die Schließkraft des Muskels zwischen Magen und Speiseröhre (Sphinkter) nach, so dass saurer Mageninhalt in die Speiseröhre gelangen kann. Zusätzlich erzeugt die Laufbewegung einen Druck, der den Mageninhalt nach oben gegen den Schließmuskel presst. Außerdem wird bei körperlicher Anstrengung die Selbstreinigungsfunktion der Speiseröhre vermindert, durch die eindringender Mageninhalt normalerweise herausgespült wird. Auch verstärktes Luftschlucken beim Atmen kann Mitverursacher von Sodbrennen sein.

Risiko für saures Aufstoßen minimieren

Änderungen im Ernährungs- und Trainingsverhalten können saures Aufstoßen vermindern. Wenn akute Beschwerden auftreten, sollte das Laufen soweit reduziert oder ausgesetzt werden, bis die Beschwerden verschwinden. Außerdem sollte vor dem Laufen auf fettreiche und übermäßig kalorienhaltige Nahrung verzichtet werden, da sich die Verdauungsleistung während des Sports deutlich verringert. Lassen Sie ihrem Körper vor dem Sport mindestens drei Stunden Zeit, um die letzte Mahlzeit zu verarbeiten.

Ausreichendes Trinken, vor allem noch vor der körperlichen Belastung, ist ebenfalls wichtig. Während des Sports eignen sich zur Reflux-Prophylaxe besonders hypotone, kalte Getränke (z. B. Wasser). Entsprechende Flüssigkeiten weisen einen geringeren osmotischen Druck auf, als das menschliche Blut und werden daher schneller vom Körper aufgenommen. Wenn während verbrennungsintensiver Ausdauersportarten zusätzliche Kohlenhydrate aufgenommen werden müssen, sind Getränke mit einem Glucoseanteil von bis zu zehn Prozent zu empfehlen – das sind z. B. isotonische Getränke.

Lässt sich das saure Aufstoßen oder Sodbrennen mit diesen Mitteln nicht bekämpfen, helfen so genannte Antazida aus der Apotheke. Diese rezeptfrei erhältlichen Präparate neutralisieren den Säureüberschuss und befreien so von Sodbrennen und Schmerzen. Bei anhaltenden oder sehr starken Beschwerden sollte allerdings unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Denn Sodbrennen kann bei Athleten auch ein Hinweis auf schwer wiegende Erkrankungen, etwa der Atemwege, sein.

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