Schmerzendes Sodbrennen – welche Hausmittel helfen?

Ein Glas Wein zu viel, ein stressiger Tag oder ein zu reichhaltiges Essen: Es gibt viele mögliche Ursachen für Sodbrennen. Für die Betroffenen ist dann wichtig, wie sie das schmerzhafte Brennen möglichst rasch und zuverlässig wieder lindern können. Als Ergänzung zu Medikamenten kommen dafür auch Hausmittel in Frage. Welche Mittel gegen Sodbrennen helfen können und warum Natron als Hausmittel inzwischen umstritten ist, erfahren Sie hier.

Natron: klassisches Hausmittel gegen Sodbrennen

Stilles Wasser als Hausmittel bei Sodbrennen
Ein Hausmittel gegen Sodbrennen? Da fällt vielen Menschen vermutlich zuerst das gute alte Natron ein, genauer gesagt: Natriumhydrogencarbonat. Schon wenig davon soll die Magensäure neutralisieren und dem Sodbrennen auf diese Weise entgegenwirken. Die Anwendung ist denkbar einfach: Einen Teelöffel Backnatron in einem großen Glas mit stillem Wasser auflösen. Anschließend die Flüssigkeit langsam und in kleinen Schlucken trinken.

Allerdings sollte Natron nicht allzu oft als Hausmittel gegen Sodbrennen verwendet werden. Das hat vor allem den Grund, dass der Körper überschüssiges Natron verwertet und nicht einfach wieder ausscheidet. Es besteht daher die Gefahr einer Überdosierung, die den pH-Wert des Körpers durcheinanderbringen kann. Dies hat oft Magenschmerzen oder Durchfall zur Folge. Löst sich das Natron im Wasser auf, bildet sich zudem Kohlendioxid. Dabei handelt es sich um ein Gas, das im Magen zu vermehrtem Aufstoßen führen kann – ähnlich wie ein Glas Mineralwasser mit Kohlensäure. Durch das Aufstoßen gelangt möglicherweise wieder Magensäure in die Speiseröhre.

Wichtig: Einige Arzneimittel gegen Sodbrennen enthalten zwar Natriumhydrogencarbonat, dies ist jedoch kein Grund zur Sorge. Die Dosis ist gut abgestimmt und birgt kein gesundheitliches Risiko.

Kaugummi kauen als Mittel gegen Sodbrennen – kein Scherz

Ein eher ungewöhnliches Hausmittel gegen Sodbrennen ist das Kauen von Kaugummi, denn dabei wird die Produktion von Speichel angeregt. Der Speichel ist leicht basisch und kann kleine Mengen Magensäure in der Speiseröhre neutralisieren. Zudem verdünnt Speichel die vorhandene Säure und nimmt sie beim Schlucken wieder mit in Richtung Magen.

Wer keinen Kaugummi mag, kann auf Bonbons oder Pastillen zurückgreifen. Sie regen ebenfalls die Speichelproduktion an. Allerdings sollten Sie das Zähneputzen danach nicht vergessen.

Mit Wasser die Magensäure verdünnen

Sodbrennen entsteht, wenn saurer Mageninhalt in die Speiseröhre gelangt und die empfindliche Schleimhaut angreift. Daher bringt es in manchen Fällen Linderung, etwas zu trinken und damit die Säure wieder zurück in den Magen zu befördern. Außerdem wird dadurch die übermäßig vorhandene Magensäure verdünnt.

Als geeignet gilt bei diesem Sodbrennen-Hausmittel ein Glas lauwarmes, stilles Wasser oder säurearmer Tee wie beispielsweise Kamillentee. Schwarzer Tee ist nur bedingt geeignet, da das enthaltene Koffein den Muskel zwischen Magen und Speiseröhre schwächen kann.

Nächtliches Sodbrennen mit Hausmitteln lindern


Nachts ist Sodbrennen oft besonders lästig, denn es hindert Betroffene daran, einzuschlafen. Zudem wird das Brennen von vielen in der Nacht als schmerzhafter empfunden als tagsüber – möglicherweise, weil die Ablenkung fehlt, die am Tag meist vorhanden ist. Bewährte Hausmittel wie Kaugummi kauen sind in dieser Situation jedoch wenig praktikabel, denn sie halten ebenfalls vom erholsamen Nachtschlaf ab.

Ein guter Tipp gegen Sodbrennen in der Nacht lautet daher: Legen Sie sich so hin, dass sich der Magen weiter unten befindet als die Speiseröhre. Denn dann hat es der saure Mageninhalt schwerer, nach oben in die Speiseröhre zu gelangen. Dafür reicht es oft schon, ein paar zusätzliche Kissen zu verwenden oder wenn möglich den Lattenrost hochzustellen, sodass der Oberkörper erhöht wird.

Sodbrennen? Vorbeugen ist das beste Hausmittel

Wie bei so vielen Dingen gilt auch bei Sodbrennen: Vorsorge ist besser als Nachsorge. Mit ein paar Tipps lässt sich das Risiko für das schmerzhafte Brennen in der Speiseröhre senken.

Dazu gehört:

  • mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt zu essen statt großer Mengen auf einmal.
  • keine enge Kleidung zu tragen. Die drückt auf den Magen und führt dadurch manchmal zum Aufsteigen von Magensäure.
  • auf Genussmittel wie Kaffee, Alkohol oder Zigaretten möglichst zu verzichten. Sie können Sodbrennen verursachen oder die Beschwerden verschlimmern.
In vielen Fällen führt auch eine Umstellung der Ernährung dazu, dass sich die Häufigkeit von Sodbrennen reduziert. Denn insbesondere süße oder fettige Speisen gelten als typische Auslöser. Erfahren Sie hier mehr darüber, wie Sie Sodbrennen vorbeugen können.

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