Die Refluxkrankheit im Überblick

Die Refluxkrankheit (gastroösophageale Refluxkrankheit) ist ein krankhafter Rückfluss des sauren Mageninhaltes in die Speiseröhre. Der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre, der den Reflux eigentlich verhindert, ist in diesem Fall zu schwach oder zu schlaff. Außerdem ist die Speiseröhrenmuskulatur möglicherweise nicht dazu in der Lage, den Mageninhalt wieder zurückzupressen. Die Refluxkrankheit ist keine Seltenheit: Sie betrifft etwa zehn bis zwanzig Prozent der westlichen Bevölkerung.

Begriffserklärungen auf einen Blick:

Gastro = gaster = Magen
Ösophagus = Speiseröhre
Reflux = Rückfluss
Gastroösophagealer Reflux = Rückfluss des säurehaltigen Mageninhalts in die Speiseröhre
GERD = medizinische Abkürzung für die englische Bezeichnung „gastroesophageal reflux disease“

Ursachen der Refluxkrankheit

Frau wird von Reflux geplagt
Warum die Refluxbarriere versagt, bleibt oft ungeklärt. Klar ist, dass die Lebensweise einen großen Einfluss auf die Entstehung der sogenannten Wohlstandskrankheit hat. Dazu gehören insbesondere der regelmäßige Verzehr fettreicher Speisen sowie Nikotin-, Alkohol- und/oder starker Kaffeekonsum. In den letzten 30 Jahren hat sich das Auftreten der Refluxkrankheit verzehnfacht. Auch Stress kann einen Reflux auslösen.

Weitere Ursachen für krankhaften, gastroösophagealen Reflux sind Übergewicht oder die Druckbelastung durch die stark vergrößerte Gebärmutter im letzten Drittel einer Schwangerschaft. Unterschiedliche Faktoren können die Leistung von Schließmuskel und Speiseröhrenmuskulatur beeinträchtigen:

  • bestimmte Medikamente, wie starke Schmerzmittel, können den Muskel schwächen
  • der Schließmuskel kann grundsätzlich zu schwach sein
  • die Speiseröhre kann von Natur aus oder durch krankhafte Einflüsse zu eng oder verändert sein
Zu den organischen Ursachen für die Refluxerkrankung gehören ein Zwerchfellbruch, ein Speiseröhrenkrampf (Achalasie), Geschwülste oder ein Tumor. Bei einem Zwerchfellbruch, der in 90 Prozent der Fälle besteht, bleibt der Speiseröhrenschließmuskel funktionstüchtig: Der durch den Zwerchfelleinriss in den Brustkorb verlagerte Anteil des Magens fördert allerdings den Rückfluss von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre.

Symptome der Refluxkrankheit

Symptome auf einen Blick

Die Beschwerden verstärken sich im Liegen sowie durch Bücken oder bei Anstrengung.
Viele Reflux-Patienten berichten davon, keine Luft mehr zu bekommen, spüren ein Stechen hinter der Brust und nehmen an, dass ein Herzleiden hinter ihren Symptomen steckt. Der Gang zum Arzt ist in jedem Fall nötig. Findet sich bei den Untersuchungen kein Hinweis auf einen Infarkt oder ein anderes Herzleiden, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es sich bei den Beschwerden um Reflux-Symptome handelt. Die Speiseröhre liegt dicht am Herzen und so liegt die eigene Fehl-Diagnose bei einer eigentlichen Refluxerkrankung oftmals nah. Im Englischen wird Sodbrennen daher auch als Heartburn, also Herzbrennen, bezeichnet.

 Sodbrennen ist das zentrale Symptom einer Refluxerkrankung. Ohne Sodbrennen spricht man vom stillen Reflux. Sodbrennen und das Aufstoßen von Magensäure oder Speiseresten entstehen insbesondere nach einem fettigen Abendessen und starkem Alkohol-Konsum.

Typisch für eine Refluxkrankheit sind die Regelmäßigkeit und das Aufkommen der Beschwerden: Patienten leiden oftmals mindestens einmal in der Woche, manchmal sogar täglich unter den Reflux-Symptomen.Das geschieht vor allem nach dem Essen, bei erhöhtem Stress, beim Liegen, Bücken und/oder beim Tragen von enger Kleidung. Typisch für die Refluxkrankheit sind brennende Schmerzen hinter dem Brustbein. Zu den Reflux-Symptomen zählen auch Schluckbeschwerden und ein schlechter Geschmack im Mund. Vor allem nachts können zudem Atembeschwerden belasten. Reizhusten, Heiserkeit, eine belegte Stimme sowie Asthmaanfälle sind ebenfalls Ausdruck für einen Reflux und mitunter die einzigen Symptome.

Folgeerkrankungen der Refluxkrankheit


Dauerhaften und häufig wiederkehrenden Reflux sollten Sie ernst nehmen: Bei einer Refluxerkrankung besteht die Gefahr, dass Magensäfte die Schleimhäute in der Speiseröhre dauerhaft schädigen. Auch Krebserkrankungen gehören zu den möglichen Folgen. Mediziner nennen das Krankheitsbild mit entzündlichen Schleimhautreaktionen (Erosionen) kurz ERD (erosive Refluxkrankheit). Ohne Erosionen lautet die Abkürzung NERD (nicht erosive Refluxkrankheit).


Mögliche Folgeerkrankungen von häufig auftretendem Reflux:

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