Speiseröhrenentzündung durch Reflux: Refluxösophagitis

Eine Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis) ist die Entzündung der Schleimhaut in der Speiseröhre (Ösphagus), die zumeist durch einen andauernden Reflux ausgelöst wird. Die Ursache der sogenannten Refluxösophagitis ist oftmals ein erschlaffter Schließmuskel am unteren Ende der Speiseröhre. Die Entzündung durch den krankhaft gesteigerten Rückfluss des sauren Mageninhaltes lässt sich in der Regel konservativ, also ohne Operation, behandeln. Wie, erfahren Sie hier!

Was spricht für eine Speiseröhrenentzündung?

Bei einem Verdacht auf Speiseröhrenentzündung sollte immer ein Arzt hinzugezogen werden, der eine erfolgsversprechende Therapie einleitet.

Folgendes kann Zeichen einer Refluxösophagitis sein:

  • Brennen hinter dem Brustbein
  • saures Aufstoßen
  • Schluckbeschwerden
Besonders beim Liegen, Bücken und nach der Aufnahme von Nahrung treten die Beschwerden intensiver auf. Eine Refluxösophagitis sollte unbedingt ärztlich behandelt werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich Narben oder Geschwüre bilden, die wiederum zu einer Speiseröhrenverengung führen. Auch Blutungen können bei der Speiseröhrenentzündung vorkommen und – wenn auch selten – sogar Krebsvorstufen.

Die Refluxösophagitis tritt in vielen Fällen in Verbindung mit einer Hiatushernie (Zwechfellbruch) auf. Dabei einsteht eine Öffnung im Zwerchfell, durch die Teile der Verdauungsorgane in den Brustraum gelangen. Ist der Magen davon betroffen, begleitet eine Refluxkrankheit den Zwerchfellbruch. Das ständige Zurückfließen der Magensäure geht an den empfindlichen Speiseröhren-Zellen nicht spurlos vorbei.

Diagnose: Refluxösophagitis

eine Refluxösophagitis greift die Speiseröhre stark an
Der Arzt trifft in Absprache mit dem Patienten die Entscheidung über Untersuchungen, Maßnahmen und Therapie der Speiseröhren-entzündung. Zur sicheren Diagnose gehört neben der ausführlichen Patientenbefragung (Anamnese) eine sogenannte Gastroskopie (umgangssprachlich: Magenspiegelung), die dem Arzt ermöglicht, Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm von innen zu untersuchen.

Während dieser Untersuchung können gegebenenfalls auch Gewebeproben entnommen werden. Eine sogenannte 24-Stunden-pH-Metrie ist eine weitere Untersuchungsmethode, die Aufschluss über die Belastung durch die aufsteigende Säure und damit auch weitere Diagnosesicherheit gibt.

Entzündete Speiseröhre: Behandlung

Als Folge der entzündeten Speiseröhre tritt eine Verengung auf, die der Experte mit einer Sonde weiten kann (Bougierung). In der Regel tragen Arzneimittel sowie eine Änderung der Lebensweise und Ernährungsgewohnheiten dazu bei, die Refluxösophagitis erfolgreich zu behandeln.

In manchen Fällen kann eine Operation angebracht sein, zum Beispiel als Alternative zu einer hochdosierten Dauermedikation und/oder bei hohem Leidensdruck.

Medikamentöse Therapie

Bei einer entzündeten Speiseröhre empfehlen Ärzte sogenannte Säurebinder (Antazida), welche die produzierte Säure neutralisieren, oder Protonenpumpenhemmer (PPI), um die Herstellung der Magensäure von Anfang an zu verringern. Diese Säureblocker reduzieren damit also die Bildung der Magensäure, nicht aber den Rückfluss selbst.

Heilungsansatz der Refluxösophagitis: Auslöser meiden

Die Behandlung einer Speiseröhrenentzündung besteht neben der medikamentösen Therapie vor allem darin, Auslöser und weitere Reize zu meiden. Der Verzicht auf Nikotin und stark säureproduzierende, reizende Speisen wie

  • Zitrusfrüchte,
  • Süßspeisen,
  • scharfes Essen,
  • Kaffee,
  • fettreiche Lebensmittel und
  • Alkohol
mindert oftmals die Beschwerden. Auch kann das Schlafen mit erhöhtem Oberkörper helfen.

Häufig ist Reflux, der für die Entzündung der Speiseröhre verantwortlich sein kann, auch auf erhöhten Stress zurückzuführen. Entspannungstechniken wie Meditation und Yoga können langfristig wichtiger Bestandteil der Therapie sein. Übergewicht gehört ebenfalls zu den Auslösern einer Refluxkrankheit und ihrer Folgeerkrankungen wie der Refluxösophagitis. Entsprechend ist eine etwaige Gewichtsreduktion eine weitere, wichtige Maßnahme, um die Beschwerden dauerhaft zu lindern.

Selbsthilfe-Maßnahmen bei Speiseröhrenentzündung auf einen Blick

  • kleine, fettarme Mahlzeiten
  • kein Kaffee, Nikotin, Alkohol, keine Süßspeisen, Pfefferminze, kohlensäurehaltige Getränke sowie kein scharfes Essen
  • Gewichtsnormalisierung
  • keine Mahlzeiten direkt vor dem Schlafen (bestenfalls drei bis vier Stunden vor dem Zubettgehen die letzte Mahlzeit zu sich nehmen)
  • nach dem Essen für eine halbe Stunde spazieren gehen (Verdauungsspaziergang)
  • mit erhöhtem Oberkörper schlafen
  • langsam essen, ausreichend kauen
  • viel warmes Wasser trinken

- Anzeige -

talcid bei sodbrennen

- Anzeige -

talcid bei sodbrennen

Hausmittel bei Speiseröhrenentzündung

In Foren zum Thema Refluxösophagitis werden immer wieder Tipps für Hausmittel ausgetauscht. Das Kauen von Haselnüssen empfinden einige Betroffene als hilfreich, genauso wie ein Stück rohe Kartoffel oder eine Handvoll Haferflocken gründlich zu zerkauen und dann herunterzuschlucken. Auch gibt es Tee-Mischungen, beispielsweise aus Kalmuswurzel, Schafgarbe und Kamille, welche die Heilung der Refluxösophagitis unterstützen können. Einige Anhänger der Naturheilkunde schwören auf Basenpulver und Heilerde. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sollten in jedem Fall mit dem Arzt abgeklärt werden.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Brennen in der Speiseröhre >>

Schnelle Hilfe mit Talcid®Anzeige >>

Was zur Behandlung gehört >>