Wie läuft die 24-Stunden-pH-Metrie bei Sodbrennen ab?

Sodbrennen und Verdacht auf eine Reflux-Erkrankung? In diesem Fall können Ärzte bei der Diagnose auf die 24-Stunden-pH-Metrie zurückgreifen. Eine kleine Sonde misst hierbei 24 Stunden lang die Säurekonzentration in der Speiseröhre. Wann diese Untersuchungsmethode sinnvoll ist und wie sie genau abläuft, erfahren Sie hier.

Was ist eine 24-Stunden-pH-Metrie und wann ist sie sinnvoll?

eine 24-Stunden-pH-Metrie misst die Säurekonzentration in der Speiseröhre
Die 24-Stunden-pH-Metrie ist ein wichtiges Diagnoseverfahren bei Sodbrennen und Reflux. Mit ihrer Hilfe können Ärzte prüfen, ob und wie oft Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt und wie lange sie dort verbleibt. Hierzu führen sie eine kleine Sonde in die Speiseröhre ein, die 24 Stunden lang den pH-Wert misst. Der pH-Wert zeigt wiederum an, wie hoch die Säurekonzentration ist – und kann damit einen Hinweis auf Reflux geben.


Wissenswertes zum pH-Wert

Der pH-Wert gibt an, wie sauer oder basisch (das Gegenteil von sauer) eine Flüssigkeit ist. Die Skala reicht hierbei von kleiner als eins bis 14. Je niedriger der Wert, desto saurer ist dabei die jeweilige Flüssigkeit. Der pH-Wert von Magensäure beträgt circa eins bis zwei. In der Speiseröhre gilt ein pH-Wert von vier als bedenklich.

Sinnvoll ist die 24-Stunden-pH-Metrie vor allem in folgenden Fällen:

  • Vor einer geplanten Reflux-Operation. In diesem Fall soll sichergestellt werden, dass tatsächlich ein Rückfluss von Magensaft für die Beschwerden verantwortlich ist.
  • Wenn eine Reflux-Erkrankung als Ursache für Sodbrennen angenommen wird, aber andere Untersuchungsmethoden keine klare Diagnose erbracht haben.
  • Falls sich die Beschwerden trotz Behandlung mit Medikamenten und einer Ernährungsumstellung nicht bessern.
  • Um den Erfolg einer Behandlung von Sodbrennen zu überprüfen und gegebenenfalls die Medikation oder Medikamentendosis anpassen zu können.
Ebenfalls möglich ist eine 24-Stunden-pH-Metrie bei Menschen, die aus bisher ungeklärten Ursachen an chronischem Husten oder Schmerzen in der Brust leiden – denn beide können auch Symptome einer Reflux-Erkrankung sein.

Was ist im Vorfeld der 24-Stunden-pH-Metrie zu beachten?

Vor der eigentlichen Untersuchung, meist sechs Stunden vorher, sollen Patienten nach Möglichkeit weder etwas essen noch trinken. In vielen Fällen ist es zudem notwendig, einige Tage im Vorfeld keine Medikamente einzunehmen, die Einfluss auf das Ergebnis der 24-Stunden-pH-Metrie haben könnten. Dazu zählen vor allem Sodbrennen-Medikamente wie Säureblocker und Protonenpumpeninhibitoren, aber auch Betablocker.

Eine Ausnahme gibt es jedoch: Soll die Wirkung der verordneten Sodbrennen-Medikamente bei der 24-Stunden-pH-Metrie überprüft werden, ist es meistens sinnvoll, diese weiterhin einzunehmen. Am besten besprechen Sie ein bis zwei Wochen vor der Untersuchung mit Ihrem behandelnden Arzt, welche Medikamente Sie weiterhin einnehmen können und auf welche Sie bis nach der 24-Stunden-pH-Metrie besser verzichten.

Ablauf einer 24-Stunden-pH-Metrie

Die eigentliche Untersuchung erfolgt in der Regel ambulant, das heißt, Betroffene müssen dafür nicht über Nacht im Krankenhaus bleiben. Über die Nase wird ein kleiner Schlauch (nur wenige Millimeter dick) bis in die Speiseröhre eingeführt, an dessen Ende sich eine Sonde befindet. Für die Prozedur können Nase und Rachen betäubt werden. Anschließend wird der Schlauch mit einem kleinen Pflaster oder ähnlichem fixiert, damit er nicht verrutscht. Für die Untersuchung ist wichtig, dass die Sonde an der richtigen Stelle platziert ist – denn nur dann kann sie den Reflux optimal messen.

Die Sonde misst nun 24 Stunden lang den pH-Wert in der Speiseröhre. Die Daten sendet sie an ein kleines Ablesegerät (auch Mess- oder Datengerät genannt), das Patienten während der Untersuchung am Körper tragen, beispielsweise am Gürtel. Der Patient kann dabei seinen gewohnten Tagesablauf beibehalten. Nur auf Sport und ähnliche Aktivitäten sollte er besser verzichten, um ein Verrutschen der Sonde zu vermeiden. Da manche Messgeräte zudem empfindlich auf Feuchtigkeit reagieren, ist es ratsam, während der 24-Stunden-pH-Metrie-Messung Duschen und Baden sein zu lassen.

Während der Untersuchung müssen die Patienten für gewöhnlich ein genaues Tagebuch darüber führen, was sie an dem Tag gemacht haben. Konkret beinhaltet das Anmerkungen dazu, was gegessen und getrunken wurde, gegebenenfalls wann Medikamente eingenommen wurden und vor allem wann Beschwerden wie Sodbrennen oder saures Aufstoßen aufgetreten sind. Dabei sollte der Patient stets die jeweilige Uhrzeit vermerken.

Was die 24-Stunden-pH-Metrie verrät

Nach der eigentlichen 24-Stunden-pH-Metrie wertet der behandelnde Arzt die Messergebnisse aus. Dabei sind im Prinzip zwei Ergebnisse möglich:

  • Die Messergebnisse belegen, dass häufig Magensäure in die Speiseröhre fließt, was die Diagnose einer Reflux-Erkrankung (GERD, gastroösophageale Refluxkrankheit) nahelegt.
  • Die Ergebnisse der 24-Stunden-pH-Metrie zeigen keine Auffälligkeiten, die Säurekonzentration in der Speiseröhre war normal. Nun muss der Arzt nach anderen Ursachen der Beschwerden suchen.

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Sprechen die Ergebnisse der 24-Stunden-pH-Metrie für häufigen Reflux, beginnt der Arzt im Anschluss für gewöhnlich eine entsprechende Behandlung. Hierfür kommen unter anderem Medikamente wie Antazida (zum Neutralisieren der Säure) zum Einsatz oder sogenannte Protonenpumpenhemmer (PPI), welche die Produktion von Magensäure reduzieren. Häufig empfehlen Ärzte zudem eine Umstellung der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten: Typische Auslöser für Sodbrennen wie Kaffee, Rauchen oder eine zu fettreiche Ernährung gilt es möglichst zu meiden.

Verzeichnet die Messung eine hohe Säurekonzentration in der Speiseröhre, obgleich Sie bereits Medikamente gegen Sodbrennen nehmen, wird der Arzt aller Wahrscheinlichkeit nach die Behandlung anpassen. Dafür kann er zum Beispiel die Dosis der verordneten Medikamente erhöhen oder auch ein anderes Präparat verschreiben beziehungsweise empfehlen.

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