Magenschmerzen und Sodbrennen? Henne oder Ei

Sodbrennen wird in vielen Fällen von unangenehmen Magenschmerzen begleitet. Doch was war zuerst da? Haben Sie Magenschmerzen, weil Sie häufig unter Sodbrennen leiden? Oder Sodbrennen, weil mit Ihrem Magen etwas nicht stimmt? In jedem Fall besteht Handlungsbedarf. Ergründen Sie jetzt den Zusammenhang.

Die Verbindung von Magenschmerzen und Sodbrennen

Sodbrennen ist oftmals für Magenschmerzen verantwortlich
Bauchschmerzen gehören zu den klassischen Beschwerden, die jeder kennt. Besonders nach dem Essen kommt es oftmals zu Unwohlsein, Völlegefühl oder Schmerzen in der Magengegend. Menschen, die unter Sodbrennen leiden, klagen dann häufig über Magenbeschwerden. Wenn Sodbrennen in Kombination mit Magenschmerzen auftritt, kommen dafür im Wesentlichen zwei Gründe infrage:

1. Gestörte Magenbewegung (Motilitätsstörung)

Normalerweise kneten die Magenmuskeln den Speisebrei ordentlich durch und befördern ihn zügig in Richtung Magenausgang. Ist die Magenbewegung jedoch eingeschränkt oder verlangsamt, gerät der Transport ins Stocken. Dann verbleibt der Mageninhalt längere Zeit im oberen Bereich des Magens und kann leichter zurück in die Speiseröhre gelangen. Dort reizt die Magensäure die empfindlichen Schleimhäute und ein unangenehmes Brennen hinter dem Brustbein ist die Folge.

Häufig geht diese Störung der Magenbewegung mit weiteren Beschwerden im Magen-Darm-Trakt einher. Wenn Sie neben Sodbrennen unter Problemen wie Blähungen, Völlegefühl oder Magenschmerzen leiden, können Sie sich hier weiter zum Thema Motilitätsstörungen informieren.

2. Übersäuerter Magen


In den häufigsten Fällen ist ein Zuviel an Magensäure schuld an Sodbrennen und Magenschmerzen. Die Magensäure führt zu einer Reizung der Schleimhäute im Bereich der Speiseröhre. Im fortgeschrittenen Stadium können sogar Geschwüre auftreten. Doch keine Sorge: In vielen Fällen sind diese Magenbeschwerden zwar unangenehm und schmerzhaft, aber aus medizinischer Sicht harmlos.Circa ein Drittel[1] der Bevölkerung leidet zeitweise unter einem sogenannten Reizmagen. Das bedeutet, dass den Beschwerden keine akute Krankheit oder Entzündung zugrunde liegt. Allerdings bringt ein ungesunder Lebensstil den Magen aus der Balance. Auslöser dafür sind beispielsweise:

Diese Faktoren führen dazu, dass der Magen vermehrt Magensäure produziert, welche die Schleimhäute reizt. Insbesondere, wenn die Magensäure zurück in die Speiseröhre fließt, kommt es neben den Magenschmerzen auch zu typischem Sodbrennen.

Was hilft bei Magenschmerzen?

Beschwerden wie Sodbrennen und Magenschmerzen können den gesamten Alltag negativ beeinträchtigen. Regelmäßige und wiederkehrende Schmerzen stören mitunter den Nachtschlaf und mindern spürbar die Lebensqualität der Betroffenen. Die gute Nachricht: In vielen Fällen können sie sich selbst helfen.

Treten die Magenbeschwerden und das Sodbrennen vermehrt nach dem Essen auf, bringt eine Ernährungsumstellung oftmals Erleichterung. Gekochtes oder gedämpftes Gemüse, Reis, Kartoffeln, Nudeln und Vollkornbrot schonen den Magen und werden meist gut vertragen.
Fett- und zuckerreiche Lebensmittel, Alkohol oder Kaffee stimulieren die Säureproduktion. Wer darauf verzichtet, leidet seltener unter Magenschmerzen. Regelmäßige Mahlzeiten, die in Ruhe eingenommen werden, wirken sich ebenfalls positiv auf die Verdauung aus.

Medikamente zur Selbstbehandlung

Solange die Schleimhäute nicht ernsthaft angegriffen sind, können Magenschmerzen auch durch freiverkäufliche Medikamente behandelt werden. Bei Sodbrennen und damit verbundenen Magenbeschwerden werden häufig Antazida empfohlen. Die Präparate neutralisieren nicht nur die überschüssige Magensäure, sondern auch Gallensäure, die mitunter vom Dünndarm über den Magen bis in die Speiseröhre zurückfließen kann.

Gleichzeitig unterstützen sie die Schutzmechanismen der Magenschleimhaut. Antazida wirken sehr schnell und lindern meist bereits nach wenigen Minuten die säurebedingten Beschwerden.

Wenn ein Geschwür droht

Dennoch sollte man Magenschmerzen und Sodbrennen nicht zu sehr auf die leichte Schulter nehmen. Handelt es sich um eine Reflux-Erkrankung, kann sich in der Folge ein Magengeschwür entwickeln. Dies kann nur durch eine Therapie beim Arzt behandelt werden.

Wenn die Beschwerden länger als zwei Wochen anhalten oder immer wieder auftreten, sollte man sich ärztlichen Rat suchen. Auch wenn weitere Symptome wie Magenkrämpfe, Schluckbeschwerden, Erbrechen, Durchfall oder sogar blutiger Stuhl auftreten, ist ein Arztbesuch dringend erforderlich.

[1] Alexander, Klaus et. al.; Thiemes Innere Medizin TIM, Georg Thieme Verlag Stuttgart, 1999.

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