Sodbrennen: Welche Ursachen kommen infrage?

Da ist es wieder, das schmerzhafte Brennen in der Speiseröhre. Aber wie ist es dazu gekommen? Als Antwort auf die Frage „Wie entsteht Sodbrennen?“ kommen verschiedene Möglichkeiten infrage: Von Störungen des Verdauungstrakts bis hin zu freudigen Ereignissen wie einer Schwangerschaft. Einen Überblick über die möglichen Ursachen von Sodbrennen haben wir für Sie zusammengestellt.

Magensäure: nützlich, aber auch Ursache von Sodbrennen

Magensäure ist gleich in zweifacher Hinsicht nützlich: Sie trägt maßgeblich zur Verdauung der aufgenommenen Speisen bei und tötet zudem darin befindliche Krankheitserreger ab. Allerdings hat die Medaille auch eine andere Seite: Magensäure kann auch eine Ursache für Sodbrennen sein. Dabei kann sowohl

  • Magensäure am falschen Ort, also in der Speiseröhre, als auch
  • ein Zuviel an Magensäure die Beschwerden auslösen.
Übrigens ist auch das Gegenteil möglich: zu wenig Magensäure. Typische Symptome dafür sind unter anderem Beschwerden wie Blähungen oder Durchfall.

Motilitätsstörung – wenn sich der Magen nicht ausreichend bewegt

Darstellung eines Magens als Ursache von Sodbrennen
Motilität – die wenigsten Menschen werden mit diesem Begriff etwas anfangen können. Er beschreibt im Prinzip die Bewegung des Magens, also die Arbeit derjenigen Muskeln, die den Inhalt vermengen und weiter in Richtung Darm transportieren.

Funktioniert der Ablauf nicht richtig, beispielweise weil die Magenmuskulatur zu langsam arbeitet, ist von einer Motilitätsstörung die Rede. Neben anderen Verdauungsbeschwerden kann sie auch Ursache für Sodbrennen sein. Der Grund? Wegen der verlangsamten Magenbewegung bleibt der Speisebrei länger als gewöhnlich im Magen liegen. Der Magen füllt sich dadurch bis zum Eingang, sodass saurer Inhalt leicht zurück in die Speiseröhre gelangen kann.

Stress als Ursache von Sodbrennen

Jeder Mensch kennt Situationen, in denen er gestresst ist. Bei manchen ist Stress sogar ein fester Bestandteil des Alltags. Wie empfindlich man auf Stress reagiert, ist dabei von Mensch zu Mensch unterschiedlich: Die einen reagieren auf ein Zuviel an Arbeit, die anderen auf private Probleme. Neben Erkrankungen, beispielsweise des Herz-Kreislaufs-Systems, sind Magenbeschwerden wie Sodbrennen als Folge von Stress möglich. Doch wie entsteht das Sodbrennen in diesem Fall genau?

Bei Stress schüttet der Körper zwei verschiedene Hormone aus: Adrenalin und Cortisol, die sogenannten Stresshormone. Sie lösen eine Reaktion im Körper aus, durch die er besser auf die besondere „Gefahrensituation“ vorbereitet sein soll. Dazu gehört beispielsweise, dass sich der Herzschlag beschleunigt und den Muskeln Energie zur Verfügung gestellt wird. Allerdings wird – um Energie zu sparen – auch die Verdauung verlangsamt. Der Magen bewegt sich weniger, der Nahrungsbrei verbleibt länger darin. Dadurch hat auch die Magensäure mehr Zeit, hoch in die Speiseröhre zu gelangen.

Ursache von Sodbrennen: Das Zollinger-Ellison-Syndrom

Das Zollinger-Ellison-Syndrom ist eine Erkrankung, bei welcher der Körper ein Übermaß an Gastrin produziert. Dabei handelt es sich um ein spezielles Hormon, das sich auf verschiedene Weise auf die Verdauung auswirkt: Es erhöht unter anderem die Produktion von Magensäure. Dadurch kommt das Zollinger-Ellison-Syndrom als mögliche Ursache für das Sodbrennen infrage; das Syndrom kann auch zu Blutungen oder Geschwüren im Magen führen.

Als Ursache von Sodbrennen wird das Zollinger-Ellison-Syndrom meist erst sehr spät erkannt. Das liegt zum einen daran, dass das Syndrom eher selten ist und die Ärzte zunächst gängigere Ursachen für den Rückfluss von Magensäure abklären. Zum anderen sind die Symptome nicht eindeutig und können auf verschiedene Probleme des Verdauungssystems hinweisen.

Wie entsteht Sodbrennen bei einem Zwerchfellbruch?

Im gesunden Zustand dient das Zwerchfell als Barriere zwischen Bauchraum und Brustkorb. Die Muskel-Sehnenplatte besitzt drei Öffnungen: für die untere Hohlvene, die Aorta und die Speiseröhre. Die Stelle des Zwerchfells, an der die Speiseröhre hindurchtritt, wird Hiatus oesophagus genannt. Ein Zwerchfellbruch an dieser Stelle wird demnach auch als Hiatusbruch oder Hiatushernie bezeichnet. Dabei weiten sich die Öffnungen im Zwerchfell, wodurch die Abgrenzung zwischen Bauchraum und Brustkorb nicht mehr gegeben ist.

Wussten Sie schon?

Das Zwerchfell ermöglicht es uns auch, zu atmen: Wenn es sich anspannt, flacht es ab und löst so einen Unterdruck in der Lunge aus – die Luft wird automatisch eingezogen.

Die meisten Menschen mit einem Zwerchfellbruch bemerken ihn gar nicht – denn er bringt kaum Symptome oder Beschwerden mit sich. Allerdings kann eine Hiatushernie Ursache für Sodbrennen sein. In dem Fall hat sich die Öffnung am Zwerchfell, durch die die Speiseröhre tritt, so sehr ausgedehnt, dass ein Teil des Magens nach oben rutschen konnte. Der drückt nun auf den Schließmuskel des Mageneingangs, sodass sich dieser öffnet und Magensäure in die Speiseröhre gelangen kann.

Schwangerschaft und Sodbrennen: Was sind die Ursachen?

Eine Schwangerschaft – das bedeutet für die werdenden Eltern meist eine Zeit der Vorfreude und der Vorbereitung auf das Baby. Vergleichsweise oft kommt es jedoch vor, dass Sodbrennen während der Schwangerschaft das Wohlbefinden der Mutter einschränkt. Warum ist das so? Bei der Antwort auf die Frage, wie Sodbrennen bei einer Schwangerschaft entsteht, spielen zwei Faktoren eine Rolle:

1. Die Hormone, die der Körper während der Schwangerschaft ausschüttet, sorgen dafür, dass die glatte Muskulatur flexibler beziehungsweise dehnbarer wird. Das ist zwar wichtig im Hinblick auf die bevorstehende Geburt, allerdings wirken sich die Hormone auch auf den Muskel zwischen Speiseröhre und Magen aus: Er wird weicher und Magensäure fließt leichter in die Speiseröhre.

2. Je weiter die Schwangerschaft fortschreitet, desto größer wird der Bauch der Mutter – und natürlich auch die Gebärmutter. Diese verlagert sich zudem nach oben und drückt dadurch von unten auf den Magen.
Die Folge: Magensäure und saurer Mageninhalt werden nach oben geschoben.


Die gute Nachricht: Nach der Schwangerschaft lässt in der Regel auch das Sodbrennen sehr schnell wieder nach. Bis dahin können verschiedene Hausmittel oder spezielle Medikamente die Beschwerden lindern.

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rennie bei sodbrennen

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Sodbrennen durch Übergewicht?

Übergewicht muss nicht zwingend zu Sodbrennen führen – es erhöht jedoch das Risiko dafür. Warum ist das so? Das zusätzliche Gewicht, besonders am Bauch, drückt auf den Magen. Dieser Druck überträgt sich wiederum auf den unteren ösophagealen Sphinkter, dem Muskel zwischen Magen und Speiseröhre. Dieser öffnet sich irgendwann und Magensäure sowie saurer Mageninhalt können in die Speiseröhre zurückfließen. Wenn Übergewicht die Ursache von Sodbrennen ist, hilft auf lange Sicht vor allem, abzunehmen. Eine langfristige Ernährungsumstellung ist hierbei erfolgversprechender und gesünder als eine strenge, aber kurzzeitige Diät.

Erst Kaffee und Co., anschließend Sodbrennen – was ist die Ursache?

Der Kaffee am Morgen, das Glas Wein zum Abendessen – Genussmittel wie diese versüßen uns oft den Alltag. Und auch auf ihre Zigaretten möchten Raucher ungern verzichten. Der Haken bei der Sache: Alle genannten Genussmittel sind mitunter auch für Sodbrennen verantwortlich.
Denn sie

  • steigern die Produktion von Magensäure,
  • lassen den Muskel zwischen Magen und Speiseröhre erschlaffen oder
  • verändern die Zusammensetzung des Speichels, sodass er weniger basisch ist und die Magensäure dadurch schlechter neutralisieren kann.
Neben Medikamenten oder Hausmitteln hilft nur eine Änderung der Lebensgewohnheiten, wenn Genussmittel die Ursache von Sodbrennen sind: Probieren Sie beispielsweise eine mildere Kaffeesorte aus oder wechseln Sie zu Tee.

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