Sodbrennen: Wann und weshalb zum Arzt?

22. Dezember 2020
5 Min.

Viele Menschen leiden gelegentlich unter Sodbrennen, beispielsweise nach sehr üppigen Mahlzeiten. Verschwinden die Beschwerden nach kurzer Zeit wieder, ist dies auch kein Grund zur Besorgnis. In einigen Fällen ist es aber ratsam, bei Sodbrennen einen Arzt aufzusuchen. Wann genau? Und welcher Mediziner ist der richtige Ansprechpartner? Wir haben Ihnen alle wichtigen Informationen zusammengefasst.

Frau, die an ständigem Sodbrennen leidet, hat Schmerzen im Brustbereich.

Ist ein Arztbesuch sinnvoll?

Haben sie schon über einen längeren Zeitraum öfter als 1-mal pro Woche Sodbrennen?

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Fühlen Sie sich durch das Sodbrennen in Ihrem Alltag beeinträchtig?

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Leiden Sie neben dem Brennen in der Brust noch an weiteren Symptomen (zum Beispiel Appetitlosigkeit, Magenschmerzen oder allgemeine Abgeschlagenheit)?

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Überblick:


Ständiges Sodbrennen? Ab zum Arzt!

Sodbrennen entsteht durch den Rückfluss des Mageninhaltes in die Speiseröhre. Die aggressive Säure schädigt die dort befindliche Schleimhaut und verursacht vor allem im unteren Drittel der Speiseröhre Entzündungen. Anfangs sind die Verletzungen meist nur oberflächlich und können schnell wieder heilen. Auf Dauer kann es jedoch zu Gewebeveränderungen und einem Barrett-Ösophagus kommen. Hierbei handelt es sich um eine Vorstufe von Speiseröhrenkrebs. Vor allem wer dauerhaft oder immer wieder unter Sodbrennen leidet, sollte daher einen Arzt aufsuchen, um Folgeschäden vorzubeugen.

Nur keine Angst vor dem Arztbesuch!

Bösartige Tumore in der Speiseröhre und andere schwerwiegende Erkrankungen sind eher selten. Trotzdem sollten Sie den Gang zum Arzt nicht zu lange hinauszögern, denn nur so kann frühzeitig mit einer geeigneten Therapie begonnen werden.


Sodbrennen in Kombination mit weiteren Beschwerden

Aber nicht nur bei sehr häufigem Sodbrennen wird zu einem Arztbesuch geraten, auch wenn weitere Symptome hinzukommen, etwa:

  • starke Magenschmerzen
  • Appetitlosigkeit oder plötzliche Abneigung gegen bestimmte Speisen wie Fleisch
  • häufige Übelkeit und Erbrechen (auch mit Blut)
  • schwarzer Stuhlgang
  • allgemeine Abgeschlagenheit, Blässe und Unwohlsein

Vorneweg: Es gibt allerlei Ursachen für diese Beschwerden. Gerade bei älteren Menschen können dies aber beispielsweise auch Warnzeichen für Magenkrebs sein, weshalb sie unbedingt abgeklärt werden sollten.

Welcher Arzt ist der richtige Ansprechpartner bei Sodbrennen?

Bei Sodbrennen erfolgt der Weg meist zunächst über den Hausarzt. Der Allgemeinmediziner beginnt mit einer gründlichen Befragung des Patienten (Anamnese) und ersten allgemeinen körperlichen Untersuchungen (zum Beispiel Messen des Körpergewichts oder Blutdrucks).

Unter Umständen verweist er Sie dann an eine gastroenterologische Praxis (spezialisiert auf Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes) oder ein Refluxzentrum. Hier finden weiterführende Untersuchungen statt. Gängig ist insbesondere eine Magenspiegelung, bei der ein Kunststoffschlauch mit Kamera über den Mund in die Speiseröhre eingeführt wird. Dadurch erhalten die Spezialisten wichtige Einblicke in das Innere der Speiseröhre und können nach dem Grund für den Rückfluss (zum Beispiel ein Zwerchfellbruch) suchen.

Eine weitere Diagnosemethode ist die 24-Stunden-pH-Metrie. In diesem Fall wird die Säurekonzentration in der Speiseröhre einen ganzen Tag lang gemessen, wodurch der Arzt feststellen kann, wann der Rückfluss besonders stark ist.

Gut zu wissen:

Ist es wirklich „Sodbrennen“ oder handelt es sich um andere Beschwerden des Brustraumes? Betroffene können nicht immer eindeutig zuordnen, ob hinter dem Druckgefühl oder Brennen tatsächlich die Speiseröhre steckt. Daher untersucht der Arzt manchmal auch andere Organe wie Herz und Lunge, um Erkrankungen hier ausschließen zu können.


Wie kann der Arzt bei Sodbrennen helfen?

Ist der Grund für das Sodbrennen bekannt, erfolgt eine individuelle Abwägung der Therapieoptionen mit dem Patienten. Gerade bei sehr starkem oder langanhaltendem Sodbrennen sind möglicherweise auch verschreibungspflichtige Medikamente notwendig, für die der Arzt ein Rezept ausstellen kann.

Liegen anatomische Gründe (wie eine durch Geschwülste oder Tumore verengte Speiseröhre) vor, sind manchmal auch Operationen sinnvoll. Ziel der chirurgischen Eingriffe ist es, die eingeschränkte Funktionsfähigkeit des Schließmuskels (zwischen Magen und Speiseröhre) wiederherzustellen oder zu verstärken. Ihr Arzt wird Sie vorher aber ausführlich über die Vor- und Nachteile informieren.

Miriam Müller
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Medizinredakteurin und Kommunikationswissenschaftlerin
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