Alles Wichtige rund um die Kohlenhydrat- und Fettverdauung

Kohlenhydrate und Fette sind ungesund und schlecht für die Figur? Das stimmt so nicht ganz. Ohne Kohlenhydratlieferanten, zum Beispiel Brot, könnten wir aufgrund von Energiemangel nicht überleben. Fette werden zusätzlich für die Aufnahme von manchen Vitaminen benötigt. Jedoch ist die richtige Menge dieser Nährstoffe entscheidend, um gesund zu leben und für eine intakte Fett- und Kohlenhydratverdauung zu sorgen. Warum sie manchmal zu Problemen führen kann und wie der Aufbau von Fetten und Kohlenhydraten aussieht, erfahren Sie hier.

Übersicht:

Die Stationen der Fettverdauung und Kohlenhydratverdauung

Frau mit den Händen am Bauch: Nach einem Festmahl läuft die Fettverdauung auf Hochtouren.
Die erste Station – der Mund:

Der Verdauungsprozess unserer Mahlzeiten generell beginnt bereits im Mund. Der Geruch und der Anblick einer leckeren Mahlzeit regen – ebenso wie das Kauen – den Speichelfluss an, was dazu führt, dass die Speisen besser durch die Speiseröhre (den Ösophagus) in den Magen gelangen. Schon während das Essen im Mund mit dem Speichel durchmischt wird, beginnt die enzymatische Fettverdauung durch die sogenannte Zungengrundlipase.

Ebenfalls im Speichel befindet sich ein Enzym, welches an der Verdauung der Kohlenhydrate beteiligt ist. Die sogenannte α-Amylase sorgt dafür, dass Kohlenhydrate in kleinere Bausteine zerlegt werden. Da Kohlenhydrate aus vielen aneinandergereihten Einfachzuckern (Monosaccharide) bestehen, werden sie auch als Mehrfachzucker (Polysaccharide) bezeichnet. Beim Abbau durch die α-Amylase entstehen Zweifachzucker (Disaccharide). Diese verleihen zum Beispiel unserem Brot bei längerem Kauen den süßen Geschmack.

Die zweite Station – der Magen:

Die Fettverdauung wird im Magen durch die sogenannte Magenlipase fortgeführt. Zusätzlich sorgt die Magenbewegung dafür, dass die Nahrung durchmischt wird. Die Verdauung der Kohlenhydrate wird im Magen erst einmal pausiert. Dies liegt am sauren Milieu, welches durch die Magensäure entsteht und für eine Hemmung der α-Amylase sorgt.

Tipp: Gewürze wie Pfeffer, Paprika oder Senf führen zu einer gesteigerten Speichelproduktion und einer erhöhten Aktivität der α-Amylase. Die wiederum ist wichtig bei der Verdauung der Kohlenhydrate. Wer also seine Speisen etwas würzt, kann dadurch seine Kohlenhydratverdauung anregen.

Station drei und vier – Zwölffinger- und Dünndarm:

Der Hauptteil der Fettverdauung findet im anschließenden Zwölffingerdarm und im oberen Dünndarm statt. Hier bereitet die, in der Leber gebildete und in der Gallenblase zwischengespeicherte, Gallenflüssigkeit die Fette weiter vor und macht sie besser angreifbar für die Lipasen. Die Fette werden in die kleinstmöglichen Teile gespalten, damit sie über die Darmwand vom Lymphsystem aufgenommen werden können. Danach werden sie über die Blutbahn zum Beispiel zu unseren Muskeln oder in die Leber transportiert, wo sie als Energielieferanten entweder sofort verbraucht, oder zwischengespeichert werden.

Wussten Sie schon?

Besitzen wir zu wenige Lipasen, kann das bei fettreicher Ernährung zu Durchfall oder einem glänzenden Fettstuhl (Steatorrhoe) führen. Die Fettsäuren werden nicht genug gespalten, wodurch sie nicht in die Lymphe und ins Blut, sondern in den Dickdarm gelangen und für Beschwerden, wie Durchfall oder Bauchschmerzen, sorgen.

Damit Kohlenhydrate ins Blut aufgenommen werden können, müssen die Nährstoffe durch weitere Enzyme in Einfachzucker zerlegt werden. Die Pankreas-Amylasen sorgen für die weitere Kohlenhydratverdauung. Sie stammen aus der Bauchspeicheldrüse und werden in den Zwölffingerdarm ausgeschüttet.

Der Zusammenhang zwischen Magenproblemen und der Fettverdauung

Eine der häufigsten Magenbeschwerden, die durch Essen verursacht wird, ist der Reflux: Wenn die Magensäure über den Schließmuskel am Mageneingang in die Speiseröhre tritt und das lästige Sodbrennen auslöst, ist häufig falsches oder übermäßiges Essen der Grund.

Sie leiden unter Sodbrennen und fragen sich, warum gerade die Sonntagsgans Magenbeschwerden verursacht, das gegrillte Steak aber nicht? Das liegt zum einen an der Zubereitungsweise, zum anderen an den Nährstoffbestandteilen der Speisen.


Bei zu großen, fettreichen Gerichten, wie der Sonntagsgans, ist Sodbrennen bei einigen Menschen vorprogrammiert. Befinden sich im Magen viele Fette, die verdaut werden müssen, verzögert dies die Magenentleerung und kurbelt gleichzeitig die Magensäureproduktion an. Wenn man zusätzlich noch übermäßig viel Essen zu sich nimmt, drückt der Speisebrei auf den Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre, was die Entwicklung von Reflux verstärken kann.

Unterstützen Sie Ihre Fettverdauung

Um lästiges Sodbrennen so gut es geht zu vermeiden, ist die richtige Ernährung das Wichtigste. Wer die Fettverdauung beschleunigen und Sodbrennen vermeiden will, sollte folgende Tipps beachten:

  • Kurbeln Sie die Fettverdauung mit Heilpflanzen an: Artischockenblätter und Löwenzahn helfen dabei. Beides können Sie in Form von Tee zu sich nehmen.
  • Um den Gallenfluss zu fördern und damit die Fette schneller auf die Verdauung vorzubereiten, nehmen Sie Pfefferminze und Kurkuma als Tee zu sich.
  • Für eine dauerhaft bessere Fettverdauung sind Bitterpflanzen geeignet. Diese können in Form von Tropfen oder getrocknet als Tee eingenommen werden. Allerdings sind diese Hilfsmittel nur zu empfehlen, wenn Sie nicht an Sodbrennen leiden. Bitterpflanzen steigern nämlich die Magensaftproduktion, wodurch sie zwar die Fettverdauung anregen, aber auch Sodbrennen fördern können.

Zur Vorbeugung von Sodbrennen ist es neben solchen Hilfsmitteln grundsätzlich wichtig, langsam zu essen und kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich zu nehmen. Dadurch muss der Magen weniger arbeiten und nicht auf einmal eine große Menge an Magensäure produzieren.

Der Aufbau von Fetten und Kohlenhydraten

Fette (Lipide) und auch Kohlenhydrate sind wichtige Energielieferanten für unseren Körper. Um unsere täglichen Bewegungen und Aktivitäten ausführen zu können, benötigen wir genügend Energie.

Kohlenhydrate sind Mehrfachzucker (Polysaccharide) und bestehen aus mehreren sogenannten Einfachzuckern (Monosacchariden). Um über Kohlenhydrate Energie zu gewinnen, müssen diese erst durch Verdauungsenzyme in kleine Bestandteile zerlegt werden, welche dann über den Darm aufgenommen werden können.

Schon gewusst?

Je einfacher der Zucker, also je weniger Zuckermoleküle für den Aufbau verantwortlich sind, desto schneller wird er verwertet. Das ist der Grund, warum die Energie von purem Haushaltszucker (Einfachzucker) schneller ins Blut gelangt, als die eines Vollkornbrots (Mehrfachzucker). Ein Vollkornbrot hält deswegen auch viel länger satt und man kommt mit weniger Mahlzeiten aus.

Fette sind im Vergleich zu Kohlenhydraten und Eiweißen die größten Energielieferanten. Zudem bestehen wichtige Teile unseres Körpers aus Fett – zum Beispiel die Schutzhülle unserer Nerven oder die sogenannten Steroidhormone, zu denen beispielsweise unsere Sexualhormone Östrogen und Testosteron zählen.

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Da Fette wasserunlöslich sind, werden sie im Gegensatz zu Kohlenhydraten nicht über das Blut, sondern über unser Lymphsystem vom Darm aufgenommen. Danach werden sie über Blutgefäße weitertransportiert. Ein zu hoher Blutfettwert ist ungesund und kann auf Dauer zu einer Verstopfung der Blutgefäße führen.

Fette liefern unserem Körper auch bestimmte Vitamine (A, D, E und K), die fettlöslich sind und nur durch die Bindung daran aufgenommen werden können. Fette setzen sich aus drei Fettsäuren und einem sogenannten Glycerol-Molekül zusammen, weswegen sie auch als Triglyceride bezeichnet werden. Durch Verdauungsenzyme werden sie in ihre kleinsten Bestandteile zerlegt und dann über den Darm aufgenommen. Nehmen wir einen Überschuss an Fetten zu uns, gelangt er über das Blut in das Fettgewebe und lagert sich dort an. Diese Artikel könnten Sie auch interessieren: Leckere Rezepte für den Magen >>

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