Sodbrennen: Risikofaktor Übergewicht

Übergewicht führt nicht zwangsläufig zu Sodbrennen – es kann jedoch das Risiko für das schmerzhafte Brennen in der Speiseröhre erhöhen. Menschen, deren Übergewicht sich vor allem am Bauch befindet, sind dabei besonders gefährdet. Doch woran liegt das? Und wie kann Abnehmen helfen? Hier finden Sie die Antworten.

Zusammenhang zwischen Übergewicht und Sodbrennen

bestehendes Übergewicht kann zu Sodbrennen führen
Dass Übergewicht Sodbrennen verursachen kann, liegt am zusätzlichen Gewicht, das auf den Magen drückt. Dadurch entsteht wiederum Druck auf den Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre, den sogenannten unteren ösophagealen Sphinkter (UÖS). Er gibt dem Druck irgendwann nach und Mageninhalt samt Säure fließt wieder zurück in die Speiseröhre – Sodbrennen entsteht.

Aus diesem Grund sind Menschen, deren Übergewicht sich besonders auf den Bauchraum konzentriert, stärker von Sodbrennen gefährdet als Personen, die beispielsweise eher an den Hüften ein paar Pfunde zu viel haben.

Druck auf den Schließmuskel kann jedoch nicht nur durch Übergewicht entstehen, sondern auch durch eng sitzende Kleidung, die auf den Magen drückt oder den Bauchraum einschnürt. Achten Sie daher auf gut sitzende Röcke und Hosen, die Sie nicht einengen. Auch den Gürtel sollten Sie nicht zu eng schnallen – oder am besten gleich weglassen.

Ernährung als gemeinsame Ursache für Sodbrennen und Übergewicht

Generell gilt: Je höher die Anzahl an überflüssigen Pfunden, desto größer ist das Risiko, an Sodbrennen zu erkranken. Dennoch ist Übergewicht nur in Ausnahmefällen der einzige Auslöser für die säurebedingten Beschwerden.

Vielmehr gibt es eine Gemeinsamkeit zwischen den Gewichtsproblemen und der Reflux-Krankheit. Beide lassen sich mitunter auf denselben Faktor zurückführen: eine falsche Ernährung.

Dass ungesundes und üppiges Essen, insbesondere fettige Lebensmittel, aber auch Süßigkeiten wie Schokolade, sich vor allem in einer Gewichtszunahme bemerkbar machen, ist sicherlich jedem Menschen bewusst. Gleichzeitig gelten sie jedoch auch als typische Auslöser für Sodbrennen – mit oder ohne vorhandenem Übergewicht. Es kann sogar passieren, dass das Sodbrennen in erster Linie durch die Ernährung und nicht durch das Übergewicht hervorgerufen wird.

Welche Ursachen sind typisch für Übergewicht?

Übergewicht ist ein Risikofaktor für Sodbrennen, das wissen wir nun. Doch wie entstehen die überflüssigen Kilos überhaupt? Die Ursachen sind vielfältig. Meistens spielen jedoch neben einer falschen Ernährung folgende Faktoren eine Rolle:

  • mangelnde Bewegung
  • Stoffwechselerkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion
  • genetische Veranlagung
  • psychische Faktoren wie depressive Verstimmungen
  • Essstörungen

Was genau das Übergewicht entstehen hat lassen, gilt es gemeinsam mit einem Arzt herauszufinden, um es bekämpfen zu können.

Wie hoch ist das persönliche Risiko für Sodbrennen durch Übergewicht?

Allgemein gilt: Je stärker das Übergewicht, desto höher auch das Risiko für Sodbrennen. Um das Ausmaß des vorhandenen Übergewichts einzuschätzen, wird der sogenannte Body-Mass-Index, kurz BMI, zurate gezogen. Dabei handelt es sich um einen Wert, der das Verhältnis von Körpergewicht zur Körpergröße angibt.

So wird der BMI berechnet:

Das Körpergewicht in Kilogramm wird durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat geteilt. Hier ein Beispiel für eine Person mit 75 Kilogramm bei 1,65 Metern Körpergröße:

75 / (1,65)2 beziehungsweise (1,65 x 1,65), was einem BMI von circa 27,5 entspricht.


Ab welchem BMI Übergewicht besteht, ist bei Männern und Frauen leicht unterschiedlich. Als Richtwerte gelten:

  • Normalgewicht besteht bei einem BMI zwischen 18,5 und 24,9
  • Übergewicht haben Menschen mit einem BMI zwischen 25 und 29,9
  • starkes Übergewicht beginnt bei einem BMI von 30

Allerdings hat der Body-Mass-Index auch seine Schwächen. So berücksichtigt er zum Beispiel nicht, dass Sportler eine große Muskelmasse besitzen und Muskeln schwerer sind als Fett – Sportler haben daher oft einen hohen BMI, allerdings kein Übergewicht im Sinne von übermäßig viel Körperfett. Bei Kindern ist der BMI ebenfalls nicht aussagekräftig, da sie sich noch in der Wachstumsphase befinden.

Wenn Sie allerdings häufig unter Sodbrennen leiden, kann Ihnen der BMI einen Anhaltspunkt liefern, ob möglicherweise Übergewicht die Ursache sein könnte.

Hilfe gegen Übergewicht und Sodbrennen

Übergewicht gehört zu den Risikofaktoren von Sodbrennen, die Betroffene selbst in der Hand haben. Denn: Wer Pfunde verliert, kann den Druck auf Magen und Schließmuskel deutlich verringern. Dabei gilt eine Kombination aus Sport und einer Ernährungsumstellung als erfolgsversprechend. Doch wie funktioniert Abnehmen überhaupt? Und wann nehmen wir zu?

Jeder Körper braucht eine bestimmte Menge an Energie, um funktionieren zu können. Die nimmt er über die Nahrung in Form von Kalorien zu sich. Wie viele Kalorien am Tag benötigt werden, ist dabei von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Letztendlich hängt das davon ab, wie viel Muskelmasse im Körper vorhanden ist und ob regelmäßig Sport getrieben wird. Der Kalorienverbrauch lässt sich demnach durch Bewegung beeinflussen. Wer nun mehr Kalorien isst als er verbraucht, bei dem wird der Überschuss in Form von Fett gespeichert. Andersherum werden die Fettreserven genutzt, wenn der Körper weniger Energie über die Nahrung erhält, als er benötigt.

Tipps gegen Übergewicht und Sodbrennen

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Eine Garantie, dass sich das Sodbrennen lindert, nachdem das Übergewicht reduziert wurde, gibt es leider nicht. Allerdings bessert sich durch die Gewichtsreduktion häufig das Wohlbefinden sowie die Fitness. Wenn Sie Gewicht verlieren wollen, versuchen Sie sich doch mal an diesen Maßnahmen:

  • Ernährungstagebuch führen
    Ein kleiner Schokoriegel hier und ein leckerer Snack da – vielen Menschen ist gar nicht bewusst, wie viel sie über den Tag verteilt essen. Schnell summieren sich hier die Kalorien. Ein Ernährungstagebuch kann dabei helfen, einen Überblick über die eigene Ernährung zu gewinnen. Wem das zu aufwändig erscheint, der sollte überlegen, zumindest die Zwischenmahlzeiten und Naschereien zu notieren.
  • Blitz-Diäten vermeiden
    Jeder kennt die verführerischen Werbeanzeigen, die besagen: „Verlieren Sie kinderleicht fünf Kilo in zwei Wochen“. Leider halten solche Diäten nur sehr selten, was sie versprechen. Zudem verliert der Körper dabei hauptsächlich Wasser und kein Fett – die verlorenen Kilos sind daher schnell wieder zugenommen. Gesünder und langfristig wirksamer ist es, langsam abzunehmen. Ungefähr ein halbes Kilo pro Woche gilt hier als Richtwert.
  • Ernährungsplan erstellen
    Oft entsteht Übergewicht nicht von heute auf morgen, sondern ist die Folge von langandauernder falscher Ernährung. Ganz klar, dass sich diese Gewohnheiten nicht innerhalb von ein paar Tagen auf den Kopf stellen lassen und viele Menschen – trotz guter Vorsätze – wieder in ihr altes Schema zurückfallen. Um dem vorzubeugen, ist ein Ernährungsplan sinnvoll, in dem die Mahlzeiten für die Woche grob geplant werden.

Auch, wenn die Tipps nicht garantieren, dass die Kilos purzeln und das Sodbrennen verschwindet: Abnehmen lohnt sich so oder so in jedem Fall. Denn durch die Reduzierung des Übergewichts wirken Sie Folgeerkrankungen wie Diabetes Typ II oder Herz-Kreislauferkrankungen entgegen.

Tipps gegen akutes Sodbrennen

Abnehmen gegen Sodbrennen ist ein guter Vorsatz. Meist dauert es jedoch einige Zeit, bis sich erste Erfolge zeigen. Bei akutem Sodbrennen können Sie daher Hausmittel ausprobieren wie Kaugummi kauen oder ein Glas Wasser trinken. Daneben bringen mitunter Medikamente Linderung, welche die überschüssige Magensäure neutralisieren.

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