Magengeschwür: Von den Symptomen bis zur Behandlung

30. Oktober 2017
7 Min.

In Deutschland erkranken im Jahr circa 30.000 bis 40.000 Menschen an einem Magengeschwür. Insgesamt sind circa 1,2 Millionen Deutsche betroffen.1 Damit gehört die Schädigung im Inneren des Magens hierzulande zu den häufigsten Magen-Darm-Erkrankungen. Lesen Sie mehr über die möglichen Symptome und Ursachen eines Magengeschwürs sowie über dessen Behandlung und den Stellenwert der Ernährung.

Symptome eines Magengeschwürs

Mann hat nach dem Essen Schmerzen im Oberbauch, ein mögliches Symptom bei einem Magengeschwür.

Ein Magengeschwür wird auch als Magenulkus oder peptisches Ulkus bezeichnet. Der lateinische Begriff „Ulkus“ bedeutet übersetzt Geschwür und wird in der Medizin für tiefere Defekte der Haut oder Schleimhaut verwendet. Die Bezeichnung „peptisch“ kann mit „die Verdauung betreffend“ übersetzt werden.

Oft klagen Betroffene eines Magenulkus über Schmerzen im Oberbauch, die vor allem nach dem Essen auftreten. Weitere typische Symptome sind

  • Völlegefühl oder frühes Sättigungsgefühl,
  • Übelkeit und Erbrechen sowie
  • Reflux (das Zurückfließen von Magensäure in die Speiseröhre).

Die Symptome im Magen-Darm-Trakt kommen überwiegend dadurch zustande, dass die normale Magenbewegung (Motilität), die für die Verdauung wichtig ist, durch das Magengeschwür beeinträchtigt wird.

Der Verlauf: Ein Magengeschwür „frisst“ sich in die Magenwand

Im Anfangsstadium des Magengeschwürs oder Magenulkus ist zunächst nur die Magenschleimhaut betroffen. Es liegt eine Einbuchtung der Schleimhautoberfläche vor, die gerötet ist und leicht blutet. Schreitet die Schädigung voran, entsteht ein Geschwür, das nicht mehr nur die Schleimhaut betrifft, sondern auch zu den darunterliegenden Gewebsschichten vordringt. Unbehandelt kann es sogar durch das Bindegewebe bis in die Muskelschicht der Magenwand gelangen. Werden dabei zudem Blutgefäße verletzt, entstehen bei einem peptischen Ulkus Blutungen.

So kommt es zu einem Magengeschwür

Bei der Entstehung eines peptischen Ulkus spielen vor allem zu viel Magensäure und das Bakterium Helicobacter pylori eine Rolle. Außerdem stehen schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente aus der Gruppe der NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika, wie zum Beispiel Ibuprofen) im Verdacht, dazu beizutragen, dass ein Magengeschwür entsteht. Auch die Ernährung und verschiedene, alltägliche Gewohnheiten begünstigen das Aufkommen zusätzlich. Hierzu zählt der übermäßige Genuss von Zigaretten, Alkohol oder Kaffee, wodurch die Magenschleimhaut angegriffen und das Risiko eines Magenulkus erhöht wird.

Gut zu wissen:

Bei einem Magengeschwür spielt auch die Lebensführung eine wichtige Rolle. Neben der Ernährung kurbelt ebenso ein Übermaß an Stress die Magensäureproduktion an und erhöht das Risiko für Probleme mit dem Verdauungsorgan. Reduzieren Sie zum Wohle Ihres Magens daher lieber die ungesunden Lebensmittel und nehmen Sie sich bewusste Auszeiten vom anstrengenden Alltag.

Wie genau kommt es zu einem Geschwür? Den Magen kleidet innen eine Schicht aus Schleimhaut aus, die ihn vor der Magensäure schützt. Liegt eine dauerhafte (chronische) Gastritis – auch Entzündung der Magenschleimhaut genannt – vor, die meist durch das Bakterium Helicobacter pylori ausgelöst wird, ist diese Schutzfunktion gestört. Bei einer Gastritis kann die Magensäure die geschwächte Magenschleimhaut leichter angreifen und ein Magengeschwür verursachen.

Magengeschwüre sind nicht selten

Die Erkrankung an einem Magenulkus beziehungsweise peptischen Ulkus kann grundsätzlich jeden betreffen, sogar schon Grundschulkinder. Doch auch wenn Magengeschwüre relativ häufig vorkommen, sind die Zahlen in den letzten Jahren zurückgegangen. Grund dafür ist einerseits die gezielte medikamentöse Behandlung der übermäßigen Produktion von Magensäure. Andererseits kommen wegen besserer Hygienemaßnahmen inzwischen weniger Infektionen mit Helicobacter pylori vor. Übrigens: Weitaus häufiger als ein peptisches Ulkus ist ein Geschwür im Zwölffingerdarm (Ulcus duodeni). Das gutartige Geschwür in der Wand des Zwölffingerdarms zeigt ähnliche Symptome wie ein Magengeschwür; bei seiner Entstehung spielen ebenfalls die Magensäure und eine Besiedlung mit Helicobacter pylori eine Rolle.

Wie stellt der Arzt die Diagnose „Magengeschwür“?

Der Arzt wird dem Patienten zunächst wichtige Fragen stellen, zum Beispiel dazu, wann genau die Beschwerden auftreten (Anamnese). Die anschließenden Untersuchungen bestehen in der Regel aus:

  • Abtasten des Bauchs
  • Ultraschalluntersuchung
  • Blutuntersuchung

Besteht der Verdacht auf ein peptisches Ulkus, sichert der Arzt die Diagnose über eine Magenspiegelung, auch Gastroskopie genannt. Bei der Spiegelung leuchtet der Mediziner das Innere des Magens aus und entnimmt winzige Gewebeproben (Biopsien), um auszuschließen, dass Magenkrebs vorliegt. Gleichzeitig wird dabei eine potenziell vorliegende Besiedlung mit Helicobacter pylori-Bakterien ermittelt.

Die Behandlung eines peptischen Ulkus

Liegt dem Magengeschwür eine Helicobacter-Besiedlung zugrunde, verordnet der Arzt meist Antibiotika. Hierbei werden dem Patienten gleichzeitig zwei verschiedene Präparate verabreicht, die sicherstellen, dass die Bakterien vollständig vernichtet werden (Eradikationstherapie). Neben dieser ursächlichen Behandlung verschreibt der Arzt bei einem Magenulkus außerdem Tabletten, die die Produktion von Magensäure hemmen und dadurch den Magen schützen – zum Beispiel Antazida oder Protonenpumpenhemmer (PPI). Ist der Magen nicht mit Helicobacter-Bakterien besiedelt, verschreibt der Arzt ebenfalls säurehemmende und/oder -neutralisierende Medikamente.

Betroffene eines Magengeschwürs sollten außerdem vermehrt auf ihre Ernährung achten. Neben Alkohol, Kaffee oder Nikotin reizen Zitrusfrüchte und sehr scharfes Essen den Magen zusätzlich und verringern die Heilungschancen des Magengeschwürs. Bestenfalls sollte im Rahmen der Ernährung auf derartige Substanzen gänzlich verzichtet werden. Dies bereitet dem peptischen Ulkus eine Umgebung, in der es gut von selbst abheilen kann.

Um einem Magengeschwür vorzubeugen, ist es ratsam, auf eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Gemüse zu setzen. Im Idealfall wird dieses in einem Wok oder Dampftopf schonend zubereitet. Seefisch ist ebenso empfehlenswert. Er enthält wichtige Nähr- und Vitalstoffe. Auch Milchprodukte wie beispielsweise Quark, Joghurt oder Buttermilch gelten als gut verträglich. Für eine gesunde Lebensführung sollte, zusätzlich zur gesunden Ernährung, ein ausreichendes Maß an körperlicher Betätigung nicht fehlen. Sie bringt nicht nur den Kreislauf, sondern ebenso die Verdauung in Schwung.

Jan Zimmermann
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Medizinredakteur und Medienwissenschaftler
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