Magenkrebs – Risikofaktor Sodbrennen

Magenkrebs (oder auch Magenkarzinom) ist eine lebensbedrohliche Krankheit, die in vielen Fällen erst in sehr späten Stadien erkannt wird. Der Grund dafür: Zu einem früheren Zeitpunkt treten kaum Symptome auf, die erahnen lassen könnten, dass etwas nicht stimmt. Die Anzeichen für ein Magenkarzinom hängen zudem von der vermeintlichen Ursache ab. Doch: Wie entsteht Magenkrebs und welche Rolle spielt Sodbrennen dabei? Wir haben die Antworten.

Was ist Magenkrebs? Eine kurze Erklärung

Eine Frau mit starken Schmerzen im Oberbauch – ein mögliches Symptom für fortgeschrittenen Magenkrebs.
Magenkrebs ist die Bezeichnung für Tumoren, die ihre Wurzeln in der Regel in der Magenschleimhaut haben. Ärzte sprechen auch vom sogenannten Magenkarzinom, wenn sie die bösartigen Tumoren im Magen meinen. Meistens gehen sie vom Drüsengewebe aus. Daher sind die Magenkarzinome fast ausschließlich Adenokarzinome (gefährliche Tumore, die sich aus Gewebe von Drüsen entwickeln). Doch nicht nur solche werden unter der allgemeinen Bezeichnung Magenkrebs zusammengefasst, es gibt noch weitere Tumorarten und -formen, die den Magen betreffen können, wie:

  • Leiomyosarkome (bösartige Veränderung der glatten Muskulatur im Magen)
  • Gastrointestinale Stromatumoren (GIST – Tumor im Bindegewebe des Magen-Darm-Trakts)
  • MALT-Lymphome (betroffen ist das lymphatische Gewebe, das in Schleimhäuten auftritt; häufig im Magen)
  • Metastasen (Tumor, der sich durch Verschleppung von kranken Zellen an anderen Körperstellen ansiedelt) von Brust- oder Lungenkrebs
Die genannten Arten sind eher selten und zählen nicht zu dem sogenannten Magenkarzinom, werden im Volksmund aber auch als Magenkrebs bezeichnet. Die Gemeinsamkeit all dieser lebensgefährlichen Tumorarten ist, dass sie meist erst sehr spät erkannt werden, weil sie im Anfangsstadium kaum Beeinträchtigungen hervorrufen. Daher ist es wichtig, dass Sie bereits auf die kleinsten Anzeichen achten, um das Magenkarzinom so früh wie möglich zu entdecken.

Über die Symptome von Magenkrebs

Wenn das Magenkarzinom nicht direkt ertastbar ist, weil es sich beispielsweise im Oberbauch befindet, ist es für Betroffene nicht sehr leicht herauszufinden, ob sie an der Krebserkrankung leiden. Die Beschwerden, die Magenkrebs hervorrufen kann, sind nämlich meistens sehr unspezifisch. So zählt zu den ersten Anzeichen:

  • Übelkeit
  • Mundgeruch
  • Abgeschlagenheit
  • Müdigkeit
  • Abneigung gegen bestimmte Speisen wie zum Beispiel Fleisch
Diese Symptome sind nicht grade eindeutig und können allerhand Ursachen zugeordnet werden. Verschwinden sie jedoch nach mehreren Wochen nicht oder kehren immer wieder zurück, sollten Betroffene diese als Warnzeichen ansehen. Spätestens bei diesen Beschwerden ist ein Arztbesuch ratsam:

  • schwarzer Stuhlgang
  • ungewollte Gewichtsabnahme
  • andauernder Appetitverlust
  • ständige Schmerzen oder ein Druckgefühl im Oberbauch
  • Schluckbeschwerden, die das Essen verhindern
  • Magenschmerzen während der Nahrungsaufnahme
Vor allem ältere Menschen nehmen die Anzeichen von Magenkrebs oftmals auf die leichte Schulter, da sie denken, es würde sich um typische Alterserscheinungen handeln. Je eher Magenkrebs jedoch entdeckt wird, desto größer sind die Heilungschancen: Halten die Beschwerden mehr als zwei bis drei Tage an, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.1 Mit Hilfe von Magenspiegelung, Gewebeproben und Röntgenverfahren können Magenkarzinome problemlos erkannt werden.

Aha!

Das durchschnittliche Erkrankungsalter an Magenkrebs liegt bei rund 72 Jahren. Insgesamt sinken jedoch in den Industriestaaten seit mehr als 30 Jahren die Neuerkrankungs- sowie Sterberaten an Magenkrebs. Laut Experten kann das auf die veränderten Lebens- und Ernährungsgewohnheiten sowie auf die sinkende Anzahl an Infektionen mit dem Helicobacter pylori Bakterium, was laut Einschätzungen der Experten, den größten Risikofaktor für Magenkrebs darstellt, zurückgeführt werden.2

Sodbrennen als Anzeichen von Magenkrebs

Sodbrennen, also ein Druckgefühl oder Brennen in der Speiseröhre, kann auch ein Symptom von Magenkrebs sein. Zum größten Teil tritt Sodbrennen spontan auf – beispielsweise ausgelöst durch besonders hastiges Verspeisen von fettigem oder scharfem Essen. Mit einer Ernährungsumstellung lässt sich das Brennen oft unkompliziert in den Griff bekommen.

Wer jedoch regelmäßig über Wochen an Sodbrennen leidet, sollte die Ursache von einem Fachmann abklären lassen. Es kann eine Reflux-Erkrankung vorliegen – die Speiseröhre ist geschädigt und kann den Rückfluss der Magensäure nicht aufhalten. Möglich sind jedoch auch Speiseröhrenkrebs oder ein Magenkarzinom als Auslöser für Sodbrennen – der Tumor ist in diesen Fällen bereits so groß, dass er auf Magen und/oder Speiseröhre drückt, so dass sich dadurch Magensäure anstaut und ein Brennen oder Schmerzen verursacht.3

Über die Ursachen von Magenkrebs

Tumore entstehen durch Veränderungen im Erbmaterial von einzelnen Zellen. Bösartig werden sie, wenn ein unkontrolliertes Wachstum der deformierten Zellen stattfindet. Anstoß dafür sind beispielsweise geerbte oder im Lauf des Lebens zufällig entstandene genetische Defekte – so gilt es für alle Krebsarten.4

Was diese Veränderungen auslöst und Tumore im Magen wachsen lässt, ist bisher nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch bestimmte Faktoren, die das Risiko für die Entstehung von Magenkarzinomen aller Wahrscheinlichkeit nach erhöhen:

  • erbliche Veranlagung
  • Übergewicht
  • Infektionen mit dem Bakterium Helicobacter pylori
  • Vorerkrankungen des Magens (zum Beispiel Magengeschwüre
  • eine chronische Magenschleimhautentzündung
Bei vielen Betroffenen lässt sich im Nachhinein jedoch nicht feststellen, was die Erkrankung ausgelöst hat.

Wie kann Sodbrennen Magenkrebs auslösen?

Auch Sodbrennen, vor allem infolge von Reflux, ist ein Risikofaktor für die Entstehung von Magenkarzinomen. Wieso? Fließt die Magensäure in die Speiseröhre zurück, schädigt sie auf Dauer die Schleimhaut am Übergang von Magen und Speiseröhre. Eigentlich ist die Magenschleimhaut zwar vor Magensäure geschützt, nimmt diese aber überhand, kann die Schleimhaut angegriffen werden – das führt in einigen Fällen zu Zellveränderungen, die eine Vorstufe von Magenkrebs sein können.

Genauso gilt es auch für Speiseröhrenkrebs : Die Säure kann über einen langen Zeitraum die Schleimhaut der Speiseröhre schädigen – als Folge davon produziert der Körper Zellen, die weniger empfindlich sind. Diese Veränderung ist bereits ein Vorbote für Speiseröhrenkrebs.

Behandlungsmöglichkeiten bei einem Magenkarzinom

Je nach Stadium der Erkrankung, der Lage und den Eigenschaften des Tumors sowie dem Allgemeinzustand des Patienten unterscheiden sich die Behandlungsmöglichkeiten. Bösartige Veränderungen, die noch sehr klein sind, lassen sich meist endoskopisch durch einen Schlauch (ohne Operation) entfernen Fortgeschrittene Magenkarzinome, die ausschließlich im Magen lokalisiert sind, werden in der Regel durch einen operativen Eingriff beseitigt. Dabei beseitigen die Ärzte einen Teil oder den gesamten Magen (je nach Größe des Tumors). Als Ersatz näht der behandelnde Fachmann eine Dünndarmschlinge direkt an die Speiseröhre, in der er eine Magenersatzplastik herstellt.

Bei starker Streuung des Tumors ist eine Operation nicht möglich – in diesem Fall versuchen die Ärzte das Wachstum der Krebszellen mit einer Chemotherapie und Medikamenten einzudämmen. Wenn die Tumore dann günstig liegen und klein genug sind, können sie danach eventuell operativ entfernt werden. Welche Therapie für Ihren Magenkrebs die geeignete ist, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt. Diese Artikel könnten Sie auch interessieren: Speiseröhrenkrebs – so erkennen Sie ihn >>

Wann ist eine Magenspiegelung angebracht? >>

Magengeschwüre: Symptome und Behandlung >>


1: Krebsinformationsdienst: Magenkrebs. Warnzeichen und Symptome. URL: https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/magenkrebs/symptome.php (20.06.2018).
2: Zentrum für Krebsregisterdaten: Magenkrebs (Magenkarzinom). URL: https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Magenkrebs/magenkrebs_node.html (20.06.2018).
3: Krebsinformationsdienst: Sodbrennen bei Krebspatienten. URL: https://www.krebsinformationsdienst.de/aktuelles/2015/news6-sodbrennen-refluxkrankheit.php (20.06.2018).
4: Deutsche Krebsgesellschaft: Wie Krebs entsteht. URL: https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/basis-informationen-krebs-allgemeine-informationen/wie-krebs-entsteht.html (20.06.2018).