Hilfe bei Sodbrennen: Welche Möglichkeiten gibt es?

16. März 2021
8 Min.

Sodbrennen (zum Beispiel aufgrund von Reflux) kann zumeist gut mit Selbsthilfe-Maßnahmen und rezeptfreien Medikamenten behandelt werden. Für den Fall, dass diese Therapieformen nicht anschlagen, kommen weitere Möglichkeiten infrage. Hier finden Sie einen Überblick über Methoden, die schnelle Hilfe bei Sodbrennen versprechen sowie weitere Maßnahmen zur Behandlung – von Medikamenten bis hin zu chirurgischen Eingriffen.

Frau nimmt Medikamente als Hilfe gegen Sodbrennen ein.


Überblick:

Soforthilfe bei Sodbrennen: Magensäure reduzieren

Eine Umstellung der eigenen Lebensführung – und vor allem der Ernährungsgewohnheiten – kann in vielen Fällen dazu beitragen, das Sodbrennen zu bessern. Die bewährtesten Methoden greifen dabei im Wesentlichen an zwei Punkten an:

1. Bildung von Magensäure reduzieren

Große Hilfe bei Sodbrennen: die richtige Ernährung

Gerade beim Essen und Trinken können Sie aktiv beeinflussen, wieviel Säure Ihr Magen produziert. Denn Lebensmittel wie Zitrusfrüchte, Schokolade oder Weißbrot fördern die Bildung von Magensäure. Bei welchen Nahrungsmitteln ist noch Vorsicht geboten und welche können getrost auf den Speiseplan? Um das herauszufinden, haben wir ein Ampelsystem für Sie erstellt.

Es muss jedoch berücksichtig werden, dass die Verträglichkeit von einzelnen Lebensmitteln individuell sehr unterschiedlich ist. Während einige Sodbrennen-Geplagte beispielsweise frisches Weißbrot genießen können, verursacht es bei anderen Menschen unangenehmes Brennen im Brustbereich. Das bedeutet, dass jeder für sich ausprobieren muss, welche Speisen ihm bekommen. Unterstützen kann hierbei ein Symptom-Tagebuch, in welchem Beschwerden im Zusammenhang mit Sodbrennen und mögliche Auslöser festgehalten werden.

Grundsätzlich haben sich bei zu viel Magensäure zudem folgende Tipps bewährt:

  • Nehmen Sie kleinere und dafür häufigere Portionen zu sich, anstatt drei große Mahlzeiten am Tag. Vor allem abends (und direkt vor dem Zubettgehen) sollten Sie keine großen Mahlzeiten essen. Denn gerade nachts kann Sodbrennen eine große Belastung sein.
  • Achten Sie auf eine leicht erhöhte erhöhte Schlafposition – wenn Sie ganz flach liegen, kann die Magensäure leichter zurück in die Speiseröhre fließen.
  • Versuchen Sie, sich zu entspannen Stress und psychische Belastungen können Sodbrennen und Reflux verschlimmern.
  • Meiden beziehungsweise reduzieren Sie Genussmittel wie Kaffee oder Nikotin: Diese regen die Produktion von Magensäure ebenfalls an. Auf Alkohol verzichten Sie am besten vollständig, zumindest jedoch in den letzten drei bis vier Stunden vor dem Schlafengehen.
  • Testen Sie Hausmittel wie Natron, um die Magensäure zu neutralisieren. Auch das Kauen von Kaugummi hilft vielen Betroffenen, da dadurch die Produktion von Speichel angeregt wird. Dieser ist leicht basisch und trägt zur Neutralisation der Magensäure in der Speiseröhre bei.

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rennie bei sodbrennen- Pflichttext-

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2. Druck auf den Magen verringern

Das unangenehme Brennen hinter dem Brustbein wird zumeist dadurch ausgelöst, dass saurer Mageninhalt zurück in die Speiseröhre gelangt und dort die Schleimhäute reizt. Sie können selbst dazu beitragen, dass weniger Magensaft in die Speiseröhre hochgedrückt wird und so für unkomplizierte und schnelle Hilfe bei Sodbrennen sorgen. Beachten Sie hierzu folgende Hinweise:

  • Tragen Sie keine enge Kleidung – Textilien, die eng um den Bauch getragen werden, schnüren den Magen ein.
  • Halten Sie Ihr Gewicht im Normalbereich überschüssiges Bauchfett drückt den Magen zusätzlich zusammen.
 

Magensäure neutralisieren mit Medikamenten

Es gibt eine ganze Reihe an verschiedenen Medikamenten, die zur Soforthilfe bei Sodbrennen eingesetzt werden können. Hier finden Sie Informationen zu den drei Haupttypen:

  • Antazida dienen dazu, überschüssige Magensäure zu binden und zu neutralisieren.
  • Protonenpumpenhemmer hemmen die Produktion von Magensäure.
  • H2-Blocker bremsen ebenfalls die Ausschüttung des Magensafts.
 

Bitte beachten Sie: Nicht alle Arzneimittel sind für jedermann geeignet. Bei der Wahl eines wirksamen Präparates ist Ihr Arzt oder Apotheker der richtige Ansprechpartner.

Chirurgische Verfahren: Lässt sich Sodbrennen operieren?

Ein operativer Eingriff wird meist erst dann in Erwägung gezogen, wenn eine Umstellung der Lebensweise und Ernährung sowie die Einnahme von Medikamenten keine ausreichende Linderung verschafft haben. Auch mögliche Nebenwirkungen von Medikamenten können ein Grund sein, weshalb eine Operation in Betracht gezogen wird. Denn obwohl Protonenpumpenhemmer (PPI) als allgemein gut verträglich gelten, können in einzelnen Fällen unerwünschte Wirkungen auftreten. Beispielsweise wird derzeit diskutiert, ob die langfristige Einnahme von PPI das Risiko für Darminfektionen und Knochenbrüche geringfügig erhöhen kann.1

Das wichtigste Operationsverfahren stellt die sogenannte Fundoplicatio dar. Sie zählt zu den minimal-invasiven Eingriffen. Das bedeutet, dass der Chirurg die Operationsinstrumente durch kleine Hautschnitte in die Bauchhöhle einführt. Anschließend wird ein Teil des Magens in Form einer Manschette um den unteren Teil der Speiseröhre (am Übergang zum Magen) genäht. Durch diese „Ummantelung“ wird der Schließmuskel verengt und der Reflux erschwert. Informieren Sie sich hier ausführlich zu den operativen Verfahren bei Sodbrennen.

Fazit: Was hilft gegen Sodbrennen am besten?

Eine nachhaltige Umstellung der Lebensführung ist leichter gesagt als getan und die richtige Therapie zu finden, kann durchaus zur Geduldsprobe für Sodbrennen-Geplagte werden — unmöglich ist sie allerdings keineswegs. Frei verkäufliche Medikamente können in unterschiedlichem Ausmaß und von Person zu Person verschieden wirksam sein. Zu den bewährtesten und meistverkauften Präparaten bei Sodbrennen zählt die Gruppe der AntazidaAnzeige. Diese Medikamente binden überschüssige Magensäure und wirken – je nach Präparat – überdies schleimhautschützend.

 

Alternative gesucht?

Sie leiden nur sporadisch unter Sodbrennen oder möchten auf die Einnahme von Medikamenten vorerst verzichten? Erkunden Sie hier die wichtigsten pflanzlichen Arzneimittel und alternativmedizinischen Ansätze!
Miriam Müller
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Medizinredakteurin und Kommunikationswissenschaftlerin
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