Magengeschwür: Von den Symptomen bis zur Behandlung

In Deutschland erkranken im Jahr circa 30.000 bis 40.000 Menschen an einem Magengeschwür. Insgesamt sind circa 1,2 Millionen Deutsche betroffen.1 Damit gehört die Schädigung im Inneren des Magens hierzulande zu einer der häufigsten Magen-Darm-Erkrankungen überhaupt. Lesen Sie alles über Symptome, Ursachen und Behandlung.

Symptome eines Magenulkus

Mann hat nach dem Essen Schmerzen im Oberbauch, ein mögliches Symptom bei einem Magengeschwür.
Ein Magengeschwür wird auch als Magenulkus oder peptisches Ulkus bezeichnet. Der lateinische Begriff „Ulkus“ bedeutet übersetzt Geschwür und wird in der Medizin für tiefere Defekte der Haut oder Schleimhaut verwendet. Die Bezeichnung „peptisch“ kann mit „die Verdauung betreffend“ übersetzt werden.

Oft klagen Betroffene eines Magenulkus über Schmerzen im Oberbauch, die vor allem nach dem Essen auftreten. Weitere typische Symptome sind:

  • Völlegefühl oder frühes Sättigungsgefühl,
  • Übelkeit und Erbrechen sowie
  • Reflux (das Zurückfließen von Magensäure in die Speiseröhre)
Die Symptome im Magen-Darm-Trakt kommen überwiegend dadurch zustande, dass die normale Magenbewegung (Motilität), die für die Verdauung wichtig ist, durch das Magengeschwür beeinträchtigt wird.

Der Verlauf: Ein Magengeschwür „frisst“ sich in die Magenwand

Im Anfangsstadium des Magengeschwürs ist zunächst nur die Magenschleimhaut betroffen. Es liegt eine Einbuchtung der Schleimhautoberfläche vor, die gerötet ist und leicht blutet. Schreitet die Schädigung voran, entsteht ein Geschwür, das nicht mehr nur die Schleimhaut betrifft, sondern auch zu den darunterliegenden Gewebsschichten vordringt. Unbehandelt kann es sogar durch das Bindegewebe bis in die Muskelschicht der Magenwand gelangen. Werden dabei Blutgefäße verletzt, entstehen bei einem Magenulkus Blutungen.

So kommt es zu einem Magengeschwür

Bei der Entstehung eines Magengeschwürs spielen vor allem zu viel Magensäure und das Bakterium Helicobacter pylori eine Rolle. Außerdem stehen Stress und Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR (nicht-steroidale Antirheumatika) im Verdacht, dazu beizutragen, dass ein peptisches Ulkus entsteht.

Wie entsteht nun also das Geschwür? Den Magen kleidet innen eine Schicht aus Schleimhaut aus, die ihn vor der Magensäure schützt. Liegt eine dauerhafte (chronische) Entzündung der Magenschleimhaut – auch Gastritis genannt – vor, die meist durch das Bakterium Helicobacter pylori ausgelöst wird, ist diese Schutzfunktion gestört. Bei einer Gastritis kann die Magensäure die geschwächte Magenschleimhaut leichter angreifen und ein Magenulkus verursachen.

Gut zu wissen:

Auch die Lebensführung hat Einfluss auf unseren Magen. Übermäßiger Konsum von Kaffee, Alkohol und Nikotin sowie anhaltender Stress kurbeln die Magensäureproduktion an und erhöhen das Risiko für Probleme mit unserem Verdauungsorgan. Reduzieren Sie zum Wohle Ihres Magens daher lieber die Genussmittel und nehmen Sie sich bewusst Auszeiten vom anstrengenden Alltag.

Magengeschwüre sind nicht selten

Die Erkrankung ist relativ häufig und kann grundsätzlich jeden betreffen, sogar schon Grundschulkinder. Meistens erleiden allerdings Menschen ab dem 50. Lebensjahr ein Geschwür im Magen. Doch auch wenn Magengeschwüre häufig vorkommen, sind die Zahlen in den letzten Jahren zurückgegangen. Grund dafür ist einerseits die gezielte medikamentöse Behandlung der übermäßigen Produktion von Magensäure. Andererseits kommen wegen besserer Hygienemaßnahmen inzwischen weniger Infektionen mit Helicobacter pylori vor.


Übrigens: Weitaus häufiger als das peptische Ulkus ist ein Geschwür im Zwölffingerdarm (Ulcus duodeni). Das gutartige Geschwür in der Wand des Zwölffingerdarms zeigt ähnliche Symptome wie ein Magengeschwür; bei seiner Entstehung spielen ebenfalls die Magensäure und eine Besiedlung mit Helicobacter pylori eine Rolle.

Wie stellt der Arzt die Diagnose „Magengeschwür“?

Der Arzt wird dem Patienten zunächst wichtige Fragen stellen, zum Beispiel dazu, wann genau die Beschwerden auftreten. Außerdem kann er den
  • Bauch abtasten und eventuell eine
  • Ultraschalluntersuchung sowie eine
  • Blutuntersuchung durchführen.
Besteht der Verdacht auf ein peptisches Ulkus, sichert der Arzt die Diagnose über eine Magenspiegelung, auch Gastroskopie genannt. Bei der Spiegelung kann der Mediziner das Innere des Magens ausleuchten und Gewebeproben (Biopsien) entnehmen, um auszuschließen, dass Magenkrebs vorliegt und zu untersuchen, ob eine Besiedlung mit Helicobacter Pylori-Bakterien besteht.

Die Behandlung eines peptischen Ulkus

Liegt dem Geschwür eine Helicobacter-Besiedlung zugrunde, verordnet der Arzt meist Antibiotika. Über sieben Tage nimmt der Patient gleichzeitig zwei verschiedene Antibiotika ein, die sicherstellen, dass die Bakterien keine Chance mehr haben. Neben dieser ursächlichen Behandlung verschreibt der Arzt außerdem Tabletten, die die Produktion von Magensäure hemmen und dadurch den Magen schützen – zum Beispiel Antazida oder Protonenpumpenhemmer (PPI).

Ist der Magen nicht mit Helicobacter-Bakterien besiedelt, verschreibt der Arzt ebenfalls säurehemmende und/oder -neutralisierende Medikamente. Betroffene sollten außerdem Substanzen vermeiden, die den Magen zusätzlich reizen, wie Kaffee, Alkohol, Nikotin oder Schmerztabletten. So kann das Magengeschwür ohne die schädigenden Einflüsse von allein abheilen.

1 Internisten im Netz. Abgerufen unter: https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/magengeschwuer-zwoelffingerdarmgeschwuer/was-ist-ein-magen-darmgeschwuer/#c1620 (Stand: 18.10.2017)
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