Diagnose Magenschleimhautentzündung: Formen, Ursachen und Behandlung

Wer an lästigem Sodbrennen leidet, fragt sich zwangsläufig, woher die Beschwerden kommen könnten. Manchmal steckt eine Magenschleimhautentzündung hinter dem Brennen in der Speiseröhre. Neben Sodbrennen zeigen sich bei einer Entzündung der Magenschleimhaut häufig Symptome wie starke Magenschmerzen, Erbrechen und Übelkeit. Hier erfahren Sie, wie es zu einer Magenschleimhautentzündung kommt, welche Formen es gibt und was hilft.

Was ist eine Magenschleimhautentzündung?

Eine akute Magenschleimhautentzündung macht einer jungen Frau zu schaffen: Sie leidet an Magendrücken und Übelkeit.
Wie ein Schutzmantel kleidet die Magenschleimhaut den Magen im Inneren aus. Außerdem produzieren Zellen in der Schleimhaut Stoffe für die Verdauung wie Enzyme und Magensäure. Die Magensäure hilft dabei, Eiweiße in der Nahrung zu verdauen und ist daher sehr wichtig. Allerdings ist die Säure auch aggressiv: Liegt zu viel Magensäure vor oder ist die Magenschleimhaut beschädigt, kann die Säure Schleimhautzellen angreifen und eine Magenschleimhautentzündung – auch Gastritis genannt – entsteht.

Bei der Erkrankung unterscheiden Ärzte eine akute und eine chronische Form, die sich in ihren Symptomen unterscheiden.

Die akute Magenschleimhautentzündung: Die Symptome

Eine akute Magenschleimhautentzündung bleibt in der Regel nicht unbemerkt. Vor allem nach Mahlzeiten treten plötzlich starke Schmerzen in der Magengegend oder auch im Rücken auf. Häufig wird Betroffenen übel und sie müssen sich erbrechen. Weitere Beschwerden durch eine Magenschleimhautentzündung sind:

  • Druckempfindlichkeit des Magens
  • Appetitlosigkeit
  • Blähungen
In manchen Fällen kommt es durch die Überproduktion an Magensäure auch zu Sodbrennen oder saurem Aufstoßen. Die Symptome einer Gastritis ähneln daher denen einer Refluxkrankheit. Bei dieser Erkrankung steigt saurer Mageninhalt in die Speiseröhre und verursacht Sodbrennen, dabei tritt im Gegensatz zur Gastritis meist keine Schleimhautschädigung auf.

Magenschleimhautentzündung: Die Diagnose

Bei starken oder länger als drei Wochen anhaltenden Beschwerden sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Eine schnelle Behandlung ist wichtig, da sonst ein Magengeschwür oder Schäden in der Magenwand entstehen können. Der Spezialist – ein Gastroenterologe oder Internist – stellt die Diagnose anhand einer Magenspiegelung, bei der er die Magenschleimhaut in Augenschein nehmen kann. Außerdem entnimmt der Arzt eine Gewebeprobe der Schleimhaut, die man im Labor zum Beispiel auf Bakterien untersucht.

Wie eine akute Magenschleimhautentzündung behandeln?

In der Regel klingt eine akute Gastritis nach einigen Tagen ab. Damit sich der Magen ungestört regenerieren kann, sollten Sie auslösende Faktoren so weit wie möglich vermeiden. Unterlassen Sie den Konsum von Alkohol und Zigaretten und verzichten Sie auf Kaffee und schweres, fettiges Essen wie zum Beispiel Fast Food. Denn diese Nahrungs- und Genussmittel regen die Produktion der Magensäure weiter an und verstärken dadurch Symptome wie Sodbrennen – dasselbe gilt für Stress. Auch Medikamente – vor allem sogenannte nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Acetylsalicylsäure oder Diclofenac – können die Magenschleimhaut weiter schädigen. Deren Einnahme sollten Sie daher unterlassen.

Zudem können Hausmittel die Heilung positiv beeinflussen. Angenehm ist Wärme zum Beispiel in Form einer Wärmflasche auf dem Bauch oder eines Tees mit Kräutern wie Kamille oder Fenchel, Anis und Kümmel. Außerdem sollten Sie bei der Ernährung auf Schonkost setzen. Leicht verdaulich sind zum Beispiel Haferschleim oder Zwieback. Daneben wirken pflanzliche Mittel mit Kräuterextrakten aus Melissenblättern, Angelikawurzel oder Schöllkraut beruhigend auf den Magen. Zusätzlich können Medikamente wie Antazida eingesetzt werden, welche die Magensäure neutralisieren. Diese Medikamente sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

Die chronische Magenschleimhautentzündung bleibt leider oft unentdeckt

Experten vermuten, dass in westlichen Ländern die Hälfte der über 50-Jährigen an einer chronischen Magenschleimhautentzündung leidet. Die chronische Gastritis verläuft im Gegensatz zur akuten Form über einen längeren Zeitraum. Bei einigen Betroffenen treten keinerlei Beschwerden auf – daher bleibt die Krankheit oft unentdeckt. Symptome zeigen sich, wenn überhaupt, oft erst im fortgeschrittenen Stadium. Meist sind es eher unspezifische Beschwerden im Oberbauch, die auf eine chronische Gastritis hindeuten. Außerdem treten diese Symptome auf:

  • allgemeines Unwohlsein
  • Aufstoßen
  • Blähungen
  • Völlegefühl nach den Mahlzeiten (vor allem bei schwer verdaulichen Speisen)
  • Sodbrennen
Es gibt verschiedene Formen der chronischen Gastritis. Eine Gastritis vom Typ A ist eine eher seltene Autoimmunkrankheit, die vererbbar ist. Bei der Erkrankung entwickelt das Immunsystem Abwehrkörper gegen Zellen der Magenschleimhaut, die Zellen werden angegriffen und nach und nach zerstört. Sehr viel häufiger als Typ A ist Typ B: Circa 85 Prozent aller chronischen Magenschleimhautentzündungen zählen dazu. Diese Gastritis-Form entsteht durch eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori. Das Bakterium verbreitet sich über Schmierinfektionen, das heißt von Mensch zu Mensch, zum Beispiel beim Händeschütteln, oder über verunreinigte Gegenstände. Eine Gastritis vom Typ C (circa zehn Prozent) kann durch Medikamente wie NSAR oder Gallenrückfluss verursacht sein. Bei der eher seltenen Typ-D-Gastritis gibt es ebenfalls unterschiedliche Auslöser, infrage kommen zum Beispiel chronisch-entzündliche Magen-Darm-Krankheiten wie Morbus Crohn.

Behandlung der chronischen Magenschleimhautentzündung

Bei der chronischen Magenschleimhautentzündung richtet sich die Behandlung nach den Ursachen. Bei der Gastritis vom Typ A verabreicht der Arzt meist Vitamin B12, da es bei der Autoimmunerkrankung häufig zu einem Mangel des Vitamins kommt. Eine Gastritis vom Typ B behandelt der Arzt meist, indem er Protonenpumpenhemmer (PPIs) verschreibt. Die Medikamente hemmen die Produktion der Magensäure. Zusätzlich kann der Arzt Antibiotika gegen die Helicobacter-Bakterien verschreiben. Die wichtigste Maßnahme bei einer Gastritis vom Typ C ist es, den Stoff zu vermeiden, welcher zur Reizung geführt hat. Wenn Medikamente die Entzündung ausgelöst haben, sollten Sie sich in jedem Fall mit Ihrem Arzt bezüglich einer alternativen Therapie besprechen. Wie bei der akuten Gastritis sollten Sie auch bei der chronischen Form auf Kaffee, Alkohol und Nikotin sowie fettiges, schwer verdauliches Essen verzichten.Auch interessant: So funktioniert unser Magen

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